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Schamanismus Therapie: angewandte schamanische Techniken auf therapeutischer und Coaching - Ebene. Therapien finden ihren eigenen Entwicklungsweg. Nach der probatorischen Sitzung können sich verschiedene Mögllichkeiten auftun, denen man als Therapeut folgen möchte. Der Kunde, die Kundin wir dabei in die Vorgehensweisen miteinbezogen. Und dann geht es los: man bewegt sich in den vereinbarten Richtungen. Ein Schamanismus Therapeut ist sich wie jeder andere Therapeut stets über die Zielvereinbarungen, die eingeschlagenen Wege und die aktuellen Geschichten bewusst. Neben vielen Hilfsmitteln stehen dem Therapeuten Kompetenzen zur Seite, mit denen er oder sie arbeitet: Objektivitäten, Meta-Ebenen, Selbstreflexion usw.
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Hinzugefügt am 04.06.2016 - 08:09:14 von Schamanenstube
Kategorie: Gesundheit Blogs RSS-Feed exportieren
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Die Traurigkeit des Schönen
Im wärmenden Sonnenlicht erstrahlen frische Blätter von Sträuchern und leuchtende Blüten von Bäumen. Farben wie durchsichtiges Hellgrün und wärmendes Geldorange stechen als Kontraste vor warmen Schatten hervor. Leben erwacht in der Sonne. Eine leichte Bewegung der Luft als feiner Wind lässt ganze Blattstauden etwas hin- und herschaukeln. Die Schattenspiele an Wänden und auf Blättern lassen einen erleben, wie sich alles harmonisch ineinander fügt: Wind, Natur, Licht und Bewegung. Dieser Tanz aller Dinge vermittelt Einfachheit, Wachsen und Leben. Da kann den einen oder anderen eine tiefe Traurigkeit erfassen. Die Traurigkeit der Harmonie Woran liegt es, dass viele Menschen in eine Traurigkeit versinken, wenn sie eigentlich schöne Dinge erleben? Meist ist diese Traurigkeit nicht benennbar, es gibt keinen bewussten Grund dafür. Das geschieht in Situationen, da harmonische Bewegungen vorkommen. Das Leben lebt und man schaut diesem schönen Spiel zu. Sei es ein schönes Konzert, ein bewegendes Bild, ein Sein in der Natur. Allein gemeinsam ist die Bewegung der Harmonie. Ist es möglich, dass die Harmonie einen traurig macht? Das könnte möglich sein. Der Vergleich der Perfektion der Schönheit in harmonischer Bewegung mit einem selbst, kann einen in die Wehmut bringen. Was hat man alles schon verpasst, was hat man erreichen wollen, aber aufgegeben? - Solche und ähnliche Gedanken könnten in einem unbewusst auftauchen. Man sieht die Schönheiten, die man nicht erreicht, nicht lebt, vielleicht sogar verloren hat. Schmerz kann auftauchen als ob man sich in einer mittelschweren Depression befände.Hinter der Harmonie verbirgt sich noch etwas: das Wissen, dass alles endet. Da wir Lebewesen mit einem Verstand sind, der auch hypothetische Annahmen treffen kann, möchten wir am liebsten ewig leben. Die Alternative ist selten eine Option: wir wollen nichts verlieren, nichts bereuen, nichts verpassen und uns für nichts schuldig halten. Sehr viele Menschen mit einem künstlerischen Verständnis erleben, wie es eigentlich sein könnte: harmonisch und ausgeglichen. Da wir das selten erleben, erinnert es uns vielleicht daran, dass wir endlich sind. Franz Hohler's Kuh In irgendeinem Stimmungsbild sagt Franz Hohler so etwas wie: "... und durch den Nebel seicht eine Kuh....". Ein solch groteskes Bild kann eine Objektivität zur Harmonie schaffen, die nicht mehr stillsteht. Die paradoxe Intervention bei einem selbst kann die Traurigkeit wandeln in ein eigenes Leben in eigener Harmonie. Ein Schmunzeln wegen des vorgestellten Bildes nimmt die Harmonie vom aussen ins Innere: man beginnt, sein eigenes Leben wieder in Harmonie zu bewegen. Das können wir, das tut uns gut, das darf sicher sein.Das ist keine Verspottung der Schönheit, sondern eine Umsetzung derselben. Menschen mit Humor sind zu beneiden. Kennen Sie einen guten Witz, der Sie selbst in Bewegung setzt?
19.05.2017 - 14:00:00
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Schamanische Reisen interpretieren und hinterfragen
Bilder des Tages können als Malkasten für schamanische Reisen verwendet werden.Sagen wir, Sie planen einen Apéro mit Produktepräsentationen für Ihre Kundinnen und Kunden. Im Vorfeld beschleicht Sie ein ungutes Gefühl, ob der Anlass auch für alle ein schönes Erlebnis wird. Zur Inspiration streifen Sie am Veranstaltungsort umher. Sie finden Ruhe in entspannten Blicken auf Kuhherden, Schafe und Ziegen, die friedlich den Ort umgeben. Noch einige Telefonate und ein zwei Notizen, dann entscheiden Sie sich für eine schamanische Reise. Ihre Reiseabsicht: was kann ich tun, damit es allen wohl ist. Schamanische Reise zum Ortsgeist Die Reise zum Ortsgeist scheint eine sinnvolle Idee. Sie treffen sich im Rat der Geister und bitten Lehrer und Krafttier, sie zu begleiten. Die Mittelweltreise führt Sie in den kleinen Park, in welchem der Event stattfinden wird. Die Sonne lässt das Grün des gepflegten Rasens hell erstrahlen. Die Tische für den Apéro sind gedeckt. Alles steht bereit. Sie bitten Ihr Krafttier, den Ortsgeist zu finden. Bald steht ein Schaf vor Ihnen und schaut Sie leicht verwundert an. "Kann ich etwas tun, was meine Präsentation für alle angenehm machen wird?" Das Schaf nennt frisch geschnittene Blumen, die noch fehlen würden. Etwas Milchiges wäre auch nicht schlecht. Sie bedanken sich und kehren in den Rat zurück. Ihr Lehrer meint, Blumen seien immer schön. Ihr Krafttier meint, unter Umständen hatte das Schaf einfach Lust auf frische Kaublumen mit Milch. Interpretation der schamanischen Reise Die Notwendigkeit des Interpretierens einer Reise weist darauf hin, dass nicht alles geklärt werden konnte. Interpretieren heisst Vermutungen anstellen. Schnell gelangt man in den Glauben von tiefgreifenden Erkenntnissen aus der Reise: es könnte zum Beispiel dringend nötig sein, den ganzen Ort mit Blumen zu verzieren. Oder es braucht noch eine grosse Käseplatte, damit Milchprodukte da sind? Joghurt? Ein schöner Krug gefüllt mit Milch? Womöglich hatte Ihr Krafttier Recht und die Reise war nicht erfolgreich. Sie haben ein Schaf getroffen, das Lust auf frische Blumen mit Milch hatte. Schliesslich sah sein Bart ja auch so aus, als ob er in Milch getränkt sei.Sie wenden sich an andere schamanisch Reisende und erzählen von der Reise. Die unterschiedlichsten Interpretationen könnten dabei heraus kommen. Es gibt einen Grundsatz: niemand kann eine Reise interpretieren, als man selbst. Die Interpretation soll dazu führen, eine Alltagstauglichkeit zu erreichen. Ein Problem bei den Vermutungen ist, dass man nur lösungsorientiert unterwegs ist. Man sucht eine Lösung und merkt vielleicht nicht, dass man zuvor schon falsch abgebogen ist. Also zurück zur Reise: Sie hinterfragen deren Aussagekraft. Hinterfragen einer schamanischen Reise Es kommt Ihnen in den Sinn, vor der Reise schon Schafe gesehen zu haben. Hat Sie Ihre Wahrnehmung getäuscht? Wenn das Schaf eine Einbildung war, dann sind Sie vielleicht gar nicht dem Ortsgeist begegnet? Das ist möglich, ja. Aber es gibt eine weitere Möglichkeit: unser Gehirn nimmt bei Dingen, die es nicht gleich zuordnen kann, sofort Bilder hervor, die passen. Der Ortsgeist könnte z.B. ein kleiner Zwerg in weissem Kleid gewesen sein. Sie sind ihm begegnet, als er gerade eine Kupfermünze im Rasen fand. Ist der Rat des weissen Zwerges deshalb falsch? Oder wären kleine Glücksbringer in Form von Kupfermünzen eine nette zusätzliche Überraschung?Wenn unser Gehirn das Nächstliegenste für Unbekanntes nimmt, werden die Gefühle dieser Auswahl denen entsprechen, die Sie sich erhofften. Ein Schaf hat für Sie vielleicht etwas "Mildes". Manchmal drückt man mit einem Schaf aber auch Ratlosigkeit aus. Es ist also wichtig zu hinterfragen, was ein Schaf mit Ihnen in dieser Situation der Unsicherheit über den Apéro macht. Es zeigt einen selbst in dieser Situation. Vielleicht haben Sie die Reise nur unternommen, weil Sie sich nicht mehr weiter helfen konnten. Es fühlte sich für Sie wie eine Notsituation an. Alles soll perfekt sein für die Gäste. Diese Verantwortung nehmen Sie höher war, als dass Sie Vertrauen zum Personal des Caterings haben, obschon das geschulte Personen sind. Am Ende müssen Sie vielleicht sagen: es spielt keine Rolle, ob es zusätzlich Blumen da hat. Das wird nicht entscheidend sein. Entscheidend wird Ihre Stimmung sein. Was stimmt denn nicht mit dem Produkt, das Sie präsentieren möchten, dass Sie Ängste beflügeln? - Und wenn alles mit dem Produkt in Ordnung ist, wovor haben Sie Angst? - Vor den Menschen selbst?Hier kann das Auftauchen des ruhigen Schafes Ihnen auch eine Wirkung vermitteln, statt eine Interpretation: es ist alles in Ordnung, widmen Sie sich Ihren Bedürfnissen. Diese können sein, den Menschen das Produkt voller Überzeugung zu präsentieren, so wie Sie es entwickelt haben. Sie haben es wahrscheinlich in Hingabe entwickelt. Diese Hingabe will gespürt werden. Sprich: Sie dürfen sich selbst sein. Wie das Schaf vielleicht mit Blumen und Milch sich selbst schauen möchte, können Sie auch für sich schauen. Sie haben Lust auf einen prickelnden Weisswein. Nur zu!
15.05.2017 - 14:00:00
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Vergesslichkeit und das Träumen zwischen Systemen
Wer kennt das nicht: die eigene Vergesslichkeit lässt einem so manchen Weg zweimal gehen. Es handelt sich dabei nicht gleich um einen bedrohlichen Zustand. Ab wann Vergesslichkeit medizinisch angeschaut werden sollte, können wir leider nicht beurteilen. Wir sprechen von normalen Vergessen und schauen uns die schamanischen Aspekte dazu an. Wie geht Vergessen? Gefühlslehre: Ordnung und Systeme Gemäss der Gefühlslehre der Schamanismus Therapie sind unsere Gedanken immer in Systemen unterwegs. Gedanken sind eine Kraft, die sehr stark Ordnungen folgen und diese sogar umformen können. Die Vorstellungskraft lässt uns im Kopf Dinge erschaffen und in bestehenden Ordnungen Lösungen finden. Vera F. Birkenbihl nannte unser Denken ein Cloud-Denken, sprich ein Denken, das sich in zusammenhängenden Ordnungen bewegt. Diese nennen wir Systeme. Es gibt zum Beispiel das System Küche, über welches wir nachdenken können. Vielleicht haben wir das Bedürfnis nach einem Kaffee und denken kurz darüber nach, dass der Kaffeerahm bald ausgeht. Danach planen wir einen kleinen Ausflug. Wenn wir also in der Küche sind und den Kaffee machen, ist es gut möglich, dass wir schon über den Ausflug nachdenken. Haben Sie Lust auf einen Kaffee vor dem Waldspaziergang?Vielleicht ist man in der Küche und man könnte sich an das Kaffeerahmdefizit erinnern, aber man ist schon wieder etwas anderes am Planen. Vielleicht den Spaziergang in den Wald? Das Denksystem Waldweg kann bedeutend stärker als das "echte" System Küche sein. Man vergisst vermutlich, dass man keinen Kaffeerahm mehr hat und kocht sich gedankenverloren seinen Kaffee. Dieser wird schwarz bleiben. Was ist geschehen? Der Waldspaziergang war viel gegenwärtiger, als die Küche selbst. Es fehlt die Brieftaube zwischen den Welten, zwischen den Systemen.Viel brennender ist die Frage, ob man nun vergessen hat, dass man keinen Kaffeerahm mehr hat oder ob man nicht an die Vorratssituation gedacht hat. An etwas nicht denken und etwas vergessen sind zwei verschiedene Dinge. Natürlich bleibt der Kaffee dennoch schwarz wie die Nacht. Aber man ist vermutlich weniger vergesslich, als man meinte. Vielmehr ist man fähig, sich tief auf Systeme einzulassen und dort gedanklich zu verweilen. Das könnte man Träumer und Träumerinnen nennen. Prinzipiell ist das etwas Gutes. Aber reicht das? Der Weg vom Träumen zur Wirklichkeit Die eigentliche Kunst dürfte es sein, tief in Systemen zu versinken und dabei die Fähigkeit haben, schnell zwischen Systemen zu wechseln. Das nennt man von aussen betrachtet Intelligenz (zwischen den Dingen lesen / abwägen). Die einfache Antwort, warum uns das weniger gelingt, ist die Faulheit. Es ist für unser Gehirn sehr anstrengend, die Basis des Denkens zu wechseln. Aber das ist lernbar. Indem man sich selbst gut kennt, sich selbst wahrnimmt und reflektiert, entrückt man einen Teil der Denkwolke in eine Art Superposition. Diese ermöglicht es einem, schneller zwischen Systemen zu wechseln und sie gleichermassen zu geniessen. Das Switchen wird durch Übung einfacher. Man gewöhnt sich daran.Die Schlussfolgerung könnte also lauten: wer sich klarer wahrnimmt, vergisst weniger. Erinnerungsanker Wenn man sich merken will, was man in der Küche tun will, wenn man denn später dort ist, müsste man diesen Erinnerungsanker nicht nur am Ort Küche festmachen, sondern auch an den Gedanken, die man dort haben wird. Hier kommt das Problem hoch: wie soll man wissen, was man denken wird? Stellen Sie sich bitte einmal vor, was Sie vermutlich denken werden, wenn Sie das nächste Mal an einem gewissen Ort sein werden. Das ist nicht so einfach. Aber es bewirkt etwas: man muss sich stark mit sich selbst befassen, sich ausdenken, was einem beschäftigen wird. Das ist eine Form der Selbstreflexion. So beginnt es.Sich nur die Küche vorzustellen und die Erinnerung Kaffeerahm da hinein zu pappen, reicht also nicht. Aber kennt man sich gut genug, um einschätzen zu können, in welchem Gedankensystem man unterwegs sein wird? In dieses System würde man den fehlenden Kaffeerahm einflechten. Pfiffige könnten sich das Kaffeeverbotsschild in viele mögliche Gedankensysteme pflanzen, um mit möglichst grosser Streuung die Chance zu erhöhen, dass man sich erinnern wird. Eine weitere Methode könnte es sein, auf emotionaler Ebene zu arbeiten. Kaffee löst in Ihnen vielleicht ein Gefühl aus. Dieses kann an den Geruch von Kaffee gebunden sein. Hier hinein lässt sich gut die Erinnerung pflanzen.Wir denken, die Vergesslichkeit ist sehr oft wegtrainierbar.
08.05.2017 - 14:00:00
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Wunschbrunnen schamanische Beltane Reise ins Wunderland
Eine schamanische Reise durch den Wunschbrunnen der Schamanenstube Beltane Kraft zum Wünschen Die Schamanenstube verbringt Beltane dieses Jahr an einem grossen Fest. Morgens um vier kehren wir heim. Eine kleine schamanische Reise lässt uns das Thema von Durchgängen der Anderswelt nochmals erleben. Abermals tauchen wir ab in den Wunschbrunnen. Gerne erzählen wir davon. Es wird Birkenrinde und Wachholder geräuchert. Die Birke gibt eine Leichtigkeit in den Reiseraum, der Wachholder kann einen wegtragen. Der Wunschbrunnen der Schamanenstube ist ein öffentlicher Ort, der zugleich sehr privates Sein ermöglicht. Die Verbindung gegen aussen geht über das Licht, das im Wasser des Brunnens glitzert. Schamanische Reise in den Wunschbrunnen Das Räucherwerk ist entfacht, der Ort zum Reisen hergerichtet. Das Krafttier empfängt wie gewohnt am Kraftplatz. Wir sind allein. Ich erzähle ihm, durch den Wunschbrunnen reisen zu wollen. "Weisst Du, wohin Deine Wünsche Dich tragen?", fragt es mich. Ich schüttle den Kopf und antworte, das dem Brunnen zu überlassen. Ich gebe meinem Krafttier vom Brunnenwasser, das in einem Flacon am Kraftplatz bereit liegt. Es wird durch die paar Tropfen zu Wasser und entschwindet in einem kleinen Nebel. Ich trinke auch ein paar Tropfen und folge als Wassertröpfchen in der Luft. Wir sind Teil eines kleinen Baches, der sehr ruhig durch einen Frühlingswald schlängelt. Das ruhige Fliessen ist schön. Wir geniessen es und betrachten die Bachufer. Bald werden die Abstände der Ufer etwas grösser und wir spüren, wie das Wasser schneller wird. Noch nicht ganz gewahr, was jetzt kommt, spritzen wir schon in einem recht grossen Wasserfall hinunter ins Becken. Da ist ein kleiner See, der von einer Höhle zur linken Seite gesäumt wird. Der Berggeist steht dort und geniesst die Sonnenstrahlen, die durch die Bäume hindurch auf ihn treffen. Ich hebe meine Hand zum Gruss und er grüsst lächelnd zurück. Die Reise geht weiter durch das Waldbächlein, das uns schliesslich fein gurgelnd über moosbewachsene Steine führt. Die Sonne ist hier recht stark, denke ich noch und schon sitzen wir auf grossen Steinen, zu welchen wir gerade noch als Wasser geflossen sind. Mein Krafttier schüttelt sich. Ich tue es ihm gleich. Eine ganze Weile sitzen wir da auf den Steinen und trocknen in der Frühjahrssonne. Der Weg zum mystischen Wunschbrunnen Es ist ein ganz normaler Waldweg, der Richtung Westen führt. Es geht leicht auf und ab. Das Schlendern durch den Wald wird vom Vogelgesang rund um uns herum begleitet. Es ist ruhig, warm und friedvoll. Ich gehe vorsichtig, um den Wald nicht zu stören. Einige Waldwesen entdecken uns, schauen uns schnell an und sind wieder mit sich beschäftigt. Niemand macht Krach, alles ist ruhig. Nach einer Biegung entdecken wir den Eingang zur Wunschlichtung. Dort ist es hell, die Sonne strahlt auf das hohe Gras. Mücklein tanzen im Licht und strahlen als ob sie kleine Lichter wären. Hinter etwas Gebüsch taucht der Wunschbrunnen auf. Wir sehen die Wünsche, die da hinunter gleiten und das verbindende Licht. Am Brunnen angekommen, stehen wir erst einmal da und lassen die Lichtung auf uns wirken. Mein Krafttier lächelt und freut sich, hier zu sein. Wir sind allein, es ist gerade niemand hier, für die Wünsche zu meditieren. Ich lege meine Hände auf den Brunnenrad. Er ist leicht von Moos überwachsen, das von der Sonne gewärmt sich wohlig und weich anfühlt. Das Wasser steht hoch, nur eine Handbreit unter der Kante. Da bemerke ich von rechts, wie doch jemand da ist. Es ist ein Baumwesen, das nach dem Rechten schaut. Es erkennt uns und nickt freundlich. "Wir werden durch den Brunnen reisen", sage ich zu ihm. Es reagiert nicht weiter und räumt ein paar Ästlein weg, die auf dem Platz um den Brunnen lagen. "Viel Freude wünsch ich euch", sagt es beim Gehen.Mein Krafttier ist neben mir auf dem Brunnenrand. Wir schauen uns an. Beide holen wir Luft und gleiten fast lautlos kopfvoran ins Wasser. Down the rabbit hole - hinab ins Wunderland Die Steine des Wunschbrunnens wirken klar unter Wasser. Das Wunschwasser selbst ist komplett durchsichtig und bleibt hell, selbst als wir tiefer hinab sinken. Es ist atembares Wasser. Mein Krafttier und ich wirbeln langsam im Kreis hinab. Der Brunnenschacht wird breiter. Das gibt uns Bewegungsfreiheit. Weiter unten nähert sich schon ein Licht, aber es ist nichts zu erkennen. Mein Krafttier hebt die Flügel an, ich tue es ihm mit meinen Armen gleich.Das Gleiten durchs Wasser wird beim Austritt aus dem Schacht zu einem Gleiten durch die Luft. Die Geschwindigkeit hat sich nicht verändert, nur ist das atembare Wasser zu atembarer Luft geworden. Die Kreisbewegung hat ein Ende und wie im Traum gleiten wir hinab. Wir drehen uns und landen mit den Füssen auf dem Boden des Wunderlands.Warmes Sonnenlicht leitet uns auf einen Weg. Der Boden ist warm und in sanftes Licht getaucht. Ich kenne die Brücke und weiss, was dahinter ist. Hierhin führen mich meine Wünsche, respektive meine Bedürfnisse? - So geniesse ich den Rest der Reise an einem Ort, der für mich persönlich Frieden, Freundlichkeit und Erholung bedeutet. Nach einer Stunde kehre ich mit meinem Krafttier zurück. Ich bin erfüllt, geerdet und bestärkt.
01.05.2017 - 14:00:00
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Der Wunschbrunnen und Frau Holle - Durchgänge der Anderswelt
Viele schamanisch Reisende wissen, dass das Auftauchen eines Brunnens in der Anderswelt oft einen Durchgang in sich birgt. Dieses "Wissen" zeigt sich in manchen Abwandlungen: sei es der Eingang des Hasenbaus bei Alice im Wunderland oder der Brunnen bei Frau Holle mit Goldmarie und Pechmarie. Die Schamanenstube betreibt seit 2008 den Wunschbrunnen. Was steckt hinter diesen magischen Durchgängen und wo führen sie hin? Magische Durchgänge und das Tor von Frau Holle Es braucht eine gewisse Portion Mut, durch so einen Durchgang hindurch zu gehen. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in Ihrer Geistwelt und begegnen vielleicht einem Brunnen. Wie im alltäglichen Leben zieht es Sie hin und Sie möchten hinein schauen. Dieser Drang ist faszinierend und wirkt auf die meisten Menschen. Man hat das Gefühl, etwas zu entdecken. Es geht eine magische Anziehungskraft von Brunnen aus. Das merkt man auch bei anderen Portalen und Durchgängen. Wir erwarten darin immer etwas Gutes und Schönes.Das Hineinspringen in einen Brunnen ist dann aber ein anderes Kaliber. Selbst wenn man weiss, dass sich in der Anderswelt eine neue Gegend auftun kann, braucht es eine Überwindung, hinein zu springen. Diese Überwindung erinnert an Selbstmord. Goldmarie fiel zwar in den Brunnen zu Frau Holle, aber Pechmarie sprang willentlich hinein. Die Gier nach dem Goldtor war in Pechmarie stärker als die Gefahr. Kann diese Gier so stark werden, dass man sein Leben aufs Spiel setzt? Im Märchen konnte sie das. Eine gewisse Portion Fatalismus ist da ziemlich sicher dabei. Pechmarie wusste, sie kommt zu Frau Holle und durch das Tor, aus dem es Gold regnet, wieder zurück. Dieses Wissen reichte ihr für die Sicherheit. Würde Ihnen das auch reichen? - Nun zum Glück müssen wir nie in Brunnen springen. Wir machen das subtiler: wir opfern uns für Arbeitsstellen auf, für Menschen und vieles mehr. Den gezielten Sprung umgehen wir, indem wir uns gerne verausgaben, uns über unsere Kräfte belasten. Welches Tor zurück zur eigenen Realität finden wir eigentlich dabei, ist es aus Gold oder aus Pech? Das lassen wir hier gerne offen. Der Wunsch im Wunschbrunnen Vielleicht hegen Sie einen Wunsch. Unser Wunschbrunnen verleitet dazu, diesen Wunsch in Worte zu fassen. Es gibt da ja eine Eingabemaske für Text. Diese erste Hürde empfinden wir als den wichtigsten Schritt. Das Erkennen eines inneren Bedürfnisses kann noch weit davon entfernt sein, es auch formulieren zu können. Die meisten Wünsche im Brunnen sind einfach gehalten. Das macht Sinn, denn unser Unterbewusstsein versteht keine komplexen Dinge. » Die Anleitung zur Wunschformulierung aus dem Wunschbrunnen Es gibt beim Formulieren ein Problem: wir Menschen sind lösungsorientiert. Der Wunsch nach einer verbindenden Liebe kann schnell als Lösung formuliert werden. Diese Lösungen sind zuweilen weit weg vom eigentlichen Bedürfnis. Ein Wunsch kann dann z.B. heissen: "Ich wünsche, dass A. mich liebt".Neben der Tatsache, dass dieser Wunsch eine Verwünschung darstellen würde und nicht zugelassen werden würde, ist seine Erfüllung vielleicht gar nicht das Gelbe vom Ei. Das Bedürfnis nach Liebe würde zwar durch A.'s Liebe erfüllt. Es fehlt dabei aber das Bedürfnis selbst. Es ist nur noch die Lösung da. Damit entfernt man sich ein Stück von der Authentizität, die einen Herzenswunsch ausmacht. Wie müsste man das denn sonst zum Ausdruck bringen? Wie steht es mit: "Ich wünsche mir, geliebt zu werden"? Dieser Wunsch ist etwas näher beim inneren Bedürfnis. Er ist aber ungenau, das liesse sich auch mit einem Haustier bewerkstelligen. Das ist mit ein Grund, weshalb der Wunschbrunnen nur Wünsche zulässt, die mit einem selbst zu tun haben: es geht um den Fluss der Kraft. In den obigen Beispielen sind wir in der Richtung unterwegs, dass im Aussen etwas passieren soll. So kommt es auch zum Gedanken an magische Brunnen, die etwas für einen geschehen lassen. Dass es sich um einen Durchgang handelt, vergisst man dabei. Wie formuliert man es, wenn man sich auf sich konzentriert und seinem inneren Wunsch Ausdruck verleiht? - "Ich wünsche mir, meine Liebe in mir aufleben zu lassen und im Aussen damit zu wirken". Das könnte ein Wunsch sein, der starke Wirkung zeigt. Ob A. damit eingelullt wird, bleibt dem Erhaltenden der Kraft frei gestellt. Es geht um das innere Bedürfnis, dem Kraft verliehen werden soll. Mut zum Wunschbrunnen Braucht es Mut, einen Wunsch in den Wunschbrunnen gleiten zu lassen? Man hat ihn formuliert, spürt das eigene Bedürfnis darin und kann diesen Wunsch mit den geschriebenen Worten selbst aussprechen. Er entspricht einem und man sieht sich selbst in diesem Wunsch. Damit wird er sehr persönlich und privat. Soll man nun so etwas in einen Wunschbrunnen geben, damit andere ihn mit Kraft erfüllen? - Das braucht schon einiges an Mut. Vielleicht ist darin auch eine gewisse Portion Fatalismus zu finden. Indem der Wunsch nun wirklich aus dem Innersten kommt, ist es so, als ob man sein Innerstes in einen Brunnen wirft. Da ist die Version mit dem magischen Brunnen schon unverfänglicher.Wenn der Wunschbrunnen der Schamanenstube zum Formulieren eines Herzenswunsches führt, dieser aber nie in den Brunnen geworfen wird, ist der Sinn des Brunnens eigentlich erfüllt. Von einigen der Meditierenden für die Wünsche wissen wir, dass sie erst begannen, selbst Wünsche in den Brunnen zu legen, nachdem sie sich einige Zeit vor der Kugel im Brunnen aufgehalten haben. Das Vertrauen, was da unten mit den Wünschen passiert, muss erst wachsen. Ein Verständnis setzt mit der Zeit ein. Solange man Bedenken oder Zweifel hat, kann man ruhig weiter um den Brunnen kursieren. Diese Zeit kann viel bringen: man findet die Musse, einen Wunsch in die richtigen und passenden Worte zu kleiden. Dieses Wunschkleid nennen wir im Schamanismus eine Ordnung. Diese verhält sich ähnlich einem Weg. Ein Weg führt zu etwas hin und zeigt einem, wie man auf Kurs bleibt, indem man dem eigen gelegten Weg folgt. Die Lösung besteht also nicht im Ziel, sondern in der Richtung auf das Ziel. Mit dem Gedanken, dass es sich um Durchgänge handelt, kann man diese Ordnung auf den eigenen Lebensweg legen. Aus dem Innersten heraus in den Alltag hinein. Schön kann auch der Gedanke sein, der Wunsch wird in die Zukunft gelegt, damit man ihm begegnen kann. Damit ist der Wunschbrunnen eine Verbindung, ein Portal zwischen Innenwelt und Alltagswelt. Er stellt eine Verbindung zwischen Herz und eigenem Schicksal dar, das mit dem Wunschzettel geformt wird.Ein persönlicher Wunsch ist eine persönliche Ordnung, in welcher sich die eigene Kraft bewegen soll. Ordnungen werden stärker, wenn Kraft durch sie hindurch fliesst. Das Fliessen der Kraft der Meditierenden hat den Zweck, dass die Ordnung stärker wird. Der Weg zum persönlichen Glück wird gebaut und gefestigt. Je persönlicher ein Wunsch ist, desto stärker können die Meditierenden diesen Wunsch auch nachvollziehen: wir Menschen sind uns in unseren tiefen, inneren Gefühlen sehr gleich. Vielleicht ist es sinnvoll zu sagen: je mehr Sie selbst von Ihrem Wunsch berührt werden, je stärker kann er sich durch den Wunschbrunnen erfüllen. Die gespendete Kraft kommt ohne Eigendünkel an: sie bewegt sich in der gelegten Ordnung der Worte des Wunsches. Damit wird diese stärker.
20.04.2017 - 14:00:00
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Dämonen Austreibungen, Besessenheit und Besetzungen von bösen Geistern
Es ist eigentlich nicht verwunderlich, dass auf eine Schamanismus Therapie Praxis immer wieder Anfragen eingehen, Dämonen und böse Geister auszutreiben. Das bringen die Wörter Schamanen und Schamanismus mit sich. Erstaunt sind wir eher über die Häufung dieser Anfragen seit ca. einem Jahr. Früher gab es ab und an solche Arbeiten zu tun. Im Laufe des letzten Jahres nahm die Arbeit mit Dämonen, Dschinns, Psychogonen und vielen weiteren Untieren zu.Warum bieten wir so etwas überhaupt an? - Wir sagen uns, es ist besser, wenn man eine solche Geschichte auf therapeutischer Ebene und Ethik angeht, als sich dadurch eine Machtposition zu sichern. Menschen mit Dämonenbesetzungen und Menschen, die sich besessen nennen, sollte nicht machtvoll begegnet werden. Wir denken, man würde dabei das eine Übel mit dem nächsten tauschen. Sich in diesem Gebiet der Erzschamanen, Erzdruiden, Grosshexen, Runenmeister und was da sonst noch alles rumfleucht zu wagen, war kein einfacher Gedanke. Der glaubensfreie Schamanismus der Schamanenstube passt nicht in diese Szene. Die Verantwortung über den korrekten Umgang mit dem Klientel nehmen wir wahr und verpflichten uns dazu. Das fordert von uns, Fälle von Austreibungen etc. anzunehmen. Rechtliche Aspekte Wie bei vielen Fällen, liegt in der Regel bei Besetzungen und Dämonen schon eine ärztliche Behandlung vor. Das verpflichtet eine Praxis zur ärztlichen Zusammenarbeit. Ein Alleingang könnte schädlich sein. Zudem wäre es illegal, in eine medizinische Behandlung einzugreifen. Das verstehen die Kundinnen und Kunden nur selten. Dass man sich nicht strafbar für sie machen will, wird oft mit Beschimpfungen quittiert. Dann ist auch klar, wie sich die gemeinsame Arbeit gestaltet hätte. Es gibt zwei Arten von Fällen: man arbeitet mit einem Arzt zusammen oder die Besetzung ist religiöser Natur ohne ärztliche Notwendigkeit. Medizinische Ursachen gilt es aber so oder so vorher abklären zu lassen. Wie kommt es zu Dämonen Besetzungen? Ein Grundsatz der Schamanismus Therapie ist es, sich stets die Frage zu stellen, was jemand von einer Krankheit oder einer Besetzung für einen Vorteil hat. In der Probatorik werden diese und ähnliche Fragen angegangen. Sogenannte Psychogone sind z.B. klar als eigen kreierte Vorstellungen definiert, die für den Akteur real werden. Es besteht die Möglichkeit, dass darunter ein Bedürfnis liegt. Findet es sich, erklärt sich gerne auch die Form des Dämons und dessen Auswirkungen. Eine therapeutische Herangehensweise muss dies dann berücksichtigen und in der Therapie sich dem Bedürfnis widmen, bevor schamanisch gearbeitet wird.Es gibt viele Möglichkeiten, die ursächlich für den Dämon sein können. Es kann zum Beispiel einfacher sein, eine Dämonenbesetzung zu haben, als sich einer Schuld zu stellen. Auswirkungen eines Dämons können auch dazu führen, dass man gewisse Arbeiten nicht erledigen muss. In einigen Kulturen erfährt man sogar eine gewisse Ehre, wenn man besetzt ist: man erntet Mitleid und wird umsorgt. Sind diese Möglichkeiten geklärt, findet sich in der Probatorik vielleicht eine Therapievereinbarung, mit der die Arbeit beginnen kann. Schamanische Arbeit bei Austreibungen Es kursiert der Mythos, dass nur Schamanen etwas gegen Dämonen tun könnten. Es gibt aber das christliche Rituale Romanum, den Exorzismus und wahrscheinlich gibt es in vielen Kulturen und Religionen ein Gegenmittel oder jemand, der sich Dämonen und Besetzungen annehmen kann. Die schamanische Praxis zur eigentlichen Austreibung ist keine grosse Sache. Die reine schamanische Technik ist wie immer sehr einfach. Es gab früher in der Schweiz auch Techniken des sogenannten Bannzaubers. Dabei werden böse Geister in Astlöchern von Hausbälken mit Korken eingesperrt. Bei Haussanierungen findet man diese Stellen zuweilen.Der Vorgang verläuft je nach Bedürfnis und Dämonform über ein Einfangen hin zum Einsperren und Entsorgen. Die wichtigere Arbeit dabei ist es, den Kunden langfristig Wege finden zu lassen, ohne Besetzung klar zu kommen. Der Akt des "Wegzauberns" ist dabei der kleinste Teil. Die gewählte schamanische Methode darf zum Ziel der Erhöhung der Lebensqualität passen.
17.04.2017 - 14:00:00
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Emotionale Gesundheitstechnik in der Ruhe der Eigenzeit
Das kleine Schamanenwägelchen der Schule ist wieder unterwegs. Es ist dieses Jahr ein neues Wägelchen. Das Alte hat eine Kräutertour leider nicht überstanden. Ein lieber Kursteilnehmer vermacht uns ein Neues. Ist das nicht grossartig? - Von Herzen hier ein öffentliches Danke, wir freuen uns sehr! Ruhige Plätzchen in der Sonne In der Schweiz ruhige Plätzchen zu finden, da man mit einer ganzen Schule hin kann, ist nicht immer einfach. Es gibt wunderschöne Orte, aber der Weg dahin ist mit dem ganzen Schulmaterial manchmal zu weit. So ein Wägelchen macht das einfacher. Wir denken, es macht nicht viel Sinn, ausgepowert von einem mühsamen Weg am Unterricht teilzunehmen. Ein Mittelmass zwischen Wandern und Schule in der freien Natur ist ideal. Natürlich ist das nicht nur für die Schule schön, sondern auch für einen einzelnen Menschen, der in der Natur Ruhe und Frieden sucht. Was macht man denn da an so einem Ort ganz allein? Emotionale Gesundheit in Eigenzeit Die eigene Lebensqualität zu erhöhen, heisst sehr oft: mit den Dingen klarkommen. Jedem von uns passieren Dinge im alltäglichen Leben, die wir zu überhören versuchen oder darauf nur mechanisch reagieren. Es gibt vieles, das einen berühren kann. Das ist in der Tat oft mehr, als man denkt. Wir halten es für sehr wichtig, sich diesen Dingen zu stellen. Dazu eignet sich Eigenzeit an einem ruhigen Ort. Man sagt sich gerne, die Zeit wird Wunden schon heilen. Das ist richtig. Das eigene emotionale Wachstum, das Weiterkommen als Mensch hängt in unseren Augen aber davon ab, sich Dingen zu stellen. Bewährte Hilfsmittel sind die Selbstreflexion, Gespräche mit Freunden, ein Therapeut oder die Natur, die einem zuhört. Zu viele Wunden der Zeit zu überlassen, kann eine Verschwendung von Möglichkeiten darstellen. Man kann diese Dinge sammeln, um sie dann anzugehen. Wer schon erfolgreich an einem Rückzugsort seine Gefühlsqualität erhöht hat, kann im Sammeln eine weitere Chance sehen: auf Angriffe, Lügereien und anderem Wüstem, das auf einen trifft, kann man sehr gelassen reagieren. Die Erstreaktion wie z.B. die Wut ist selten sinnvoll. Die Sammelmöglichkeit schafft eine Ebene, besser mit Dingen klar zu kommen. Techniken im Rückzug Wenn man sich noch nie der emotionalen Stärke der Eigenzeit gewidmet hat, kann einem der Versuch dazu vielleicht seltsam vorkommen. Man hat ein ruhiges Plätzchen, sitzt dort und weiss, was man dort verarbeiten möchte. Tja, und nun sitzt man da. Was tut man jetzt?Wir machen das so: wir sitzen erst einmal da. Wir schauen, dass es uns körperlich gut geht, sprich wir gemütlich sitzen können, nicht aufs WC müssten, vielleicht etwas im Rucksack dabei haben, das einem etwaige Gelüste stillen könnte: ein Brot, einen Apfel und etwas zu Trinken. Das packen wir aber nicht sofort aus, es ist da, weil es eine Bedürfnissicherheit gibt.Wir lassen den Ort auf uns wirken. Die Gedanken an das zu Verarbeitende sind noch nicht im Vordergrund. Wir schauen uns den Ort an. Wenige Menschen sitzen im Wald und sprechen. Das wäre zwar die perfekte Methode, aber das machen wir auch nicht. Es ist aber wichtig, die Gedanken in Sprechgeschwindigkeit zu halten. Wir sind sonst viel zu schnell mit dem Denken und schweifen ab. Die Gedanken klar im Kopf zu formulieren, muss man vielleicht etwas üben. Wir beginnen: "Ich sehe Bäume mit Köpfen, die mich anschauen. Es ist neblig. Es ist recht kühl. Ich bin gut angezogen dafür. Ich atme. Ich spüre meinen Körper, wie er sich beim Atmen bewegt. In der Ferne sehe ich eine Strasse. Ich höre sie nicht. Ich schaue mir die Bäume an. Ich bin da." - So oder ähnlich kann das im Kopf klingen. Nochmals: es ist wichtig, in Sprechgeschwindigkeit zu denken. "Ich atme mit dem Boden. Leicht auf und ab geht es. Ich bin da. Ich verbinde mich mit der Natur um mich herum. Nimmt sie mich wahr? Ich bin einfach da. Ich bin jetzt da. Ich bin jetzt ein Teil dieser Natur hier. Ich sehe die Bäume atmen. Ich verschwinde als Teil dieser Natur. Ich bin hier. Ich gehöre für den Moment dazu."Mit etwas Übung passiert es sehr schnell, dass die Natur in der Tat einen vereinnahmt. Es kann sein, dass ein Vogel auf den Ästen vor einem landet und anschaut, ein Windstoss einen berührt, die Bäume knacken oder sonst etwas einem zeigt, dass man sich verbindet. Das folgende Erzählen ist ein Erzählen gleich dem schamanischen Rat: es gibt keine Fremd-Wertungen, es geht nur um die ehrliche und authentische Wirkung dessen, was passiert ist. Da gibt es erst einmal Fakten. Die sind zwar nicht so wichtig, aber es hilft einem und der Natur um einen herum zu verstehen. Das und das ist passiert. Die Wirkung dessen, was passiert ist, wird ausschliesslich in Ich-Sätzen erzählt. "Ich fühle, es hätte mich treffen sollen. Angestaute Wut begegnete mir von aussen und ich habe sie an mir vorbei ziehen lassen. Aus dieser Wut heraus kamen Wertungen auf mich. Das hätte mich treffen sollen. Ich fühle, dass ich den Fehler gemacht habe, die gewollte Reaktion nicht gezeigt zu haben. Es hätte so vielleicht anders gewirkt. Die Wirkung war zum einen, dass Standpunkte nun klar wurden. Es hätte mich treffen sollen. Das tat es nicht. In mir drinnen kam nur ein Gedanke hoch: Undank ist der Welten Lohn. Aber Dank habe ich nicht erwartet, habe ich nicht gewollt." - Wenn man in ein Thema eintaucht, sind Fakten wichtig. Was ist geschehen, was hatte es für eine Wirkung. Eine der Wirkungen in uns Menschen ist es oft, dass wir uns fragen, ob wir Fehler gemacht haben. Diese Gedanken klar zu formulieren, ist nicht einfach. Es fordert Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Schamanisch Praktizierende wissen, dass dieses Vorgehen dem Zuni-Ritual sehr ähnelt. Man übergibt dabei aber nicht ein weiteres Geschehen den Armen der Natur, sondern es geht nur um den schamanischen Rat. Das klare Erzählen geht bis tief hinein in die Details. Es können sich Dinge auch wiederholen. Aber Achtung: nicht jammern! Die Natur verzeiht das Jammern nicht wirklich. Sie wird sich eher zurückziehen. Das lehrt schon die Gefühlslehre: Jammern führt zum Abwenden. Erzählen, erklären, Stimmungen klar nennen: das ist weiterführende Technik. Es darf zu Pausen kommen. Man sitzt einfach da. Sensationslüsterne erwarten jetzt, dass die Bäume zu sprechen beginnen. Wir sind aber nicht auf einer schamanischen Reise. Das Sprechen der Bäume darf in einem drinnen passieren. Das stille Dasitzen kann Bilder und Gedanken hervor bringen, die völlig andere Sichtweisen aufzeigen. Sehr oft kommt es vor, dass diese Bilder und Gedanken die eigenen Bedürfnisse aufzeigen. "Es war mir wichtig, dass es jemand anderem gut geht".Das tönt in diesem Beispiel nach nicht viel, aber es zeigt eine Richtung an, die man vorher zwar unbewusst verfolgt hatte, aber nur um sie herumgeschlängelt ist. Nun weiss man, wohin man will. Die Richtung ist formulierbar, sie ist klar, sie beinhaltet neuen Sinn.Ist das nicht schön?Wir lassen meist etwas an diesem Ort zurück. Kein Opfer oder so etwas, sondern wir haben immer etwas für die Natur dabei: etwas Brot für die Vögel, eine Kupfermünze für die Geister oder einen Apfel, den sich die Natur als Nahrung nehmen kann. Hat man mal nichts dabei, können Geschenke auch mit emotionaler Kraft gegeben werden: Ehre, Verständnis, Freude an der Freude, usw.
07.04.2017 - 14:00:00
https://schamanenstube.com/blog/gesundheit/gesundheitstechnik-eigenzeit-414.html
 
Spirituelles Europa des deutschsprachigen Raums
Die Schamanenstube ist derzeit mit vielen Anbietern aus dem deutschsprachigen Europa-Raum in Kontakt. Die Welt der Spiritualität scheint sich in einem Wandel zu befinden. Wir nehmen eine Zweiteilung wahr: einmal in Richtung seichte Esoterik, einmal in neue Formen von Therapien auf professioneller Ebene. Um uns dem Thema Spirituelles und Esoterik zu nähern, möchten wir einige Begrifflichkeiten etwas ausführen. SpiritualitätDas Wort Spiritualität stammt aus dem Lateinischen und meint: Hauch. Spiritus ist der Atem. Mit Spiritualität ist das gemeint, was nicht greifbar ist. Das führt zum sog. Geistigen, auch zur Philosophie und zur Religion. Man kann "einfache" Spiritualität und religiöse Spiritualität unterscheiden. Erstere setzt keinen formulierten Glauben voraus. ReligionLateinisch: re-ligare, sich anbinden, sich rückbinden. Unklar ist, ob Religion von re-legere abstammt. Dann würde es "wieder betrachten, wieder lesen" heissen. Die Rückbindung ist die wahrscheinlichste Wortherkunft. Die Bewegung im Wort ist ein Anlehnen. Man kann sich z.B. gut an festgelegten Glaubenssätzen anlehnen. Eine Religion braucht eine Theorie über die grossen Menschheitsfragen: wo kommen wir her, wie entstand alles, was ist nach dem Tod? Anhand dieser Lehre werden Regeln aufgestellt. Eine Religionsgemeinschaft glaubt an diese Lehre und versucht die Regeln zu befolgen. Gesellschaftlich gesehen wirken diese Regeln oft sinnvoll, wie z.B. bei den Christen "du sollst nicht töten" oder bei den Buddhisten: "du sollst nicht Neid erzeugen". Durch diese Gesetzgebung auf moralischer Ebene erreichen einige Religionen eine staatliche Machtstellung. EsoterikGriechisch: innerlich. Es gibt zwei grosse Auslegungen des Wortes innerlich:1. Ein durch Innenschau erwirtschaftetes Wissen2. Ein nur einem inneren Kreis zugänglichen philosophischen WissenDas Gegenteil von Esoterik nennt sich die Exoterik: das meint allgemein zugängliches Wissen oder die empirische Erforschung der Welt, sprich die Wissenschaften SchamanismusDas Wort Schamanismus ist nicht allgemeingültig definiert. Es gibt aus verschiedenen Bereichen Definitionsversuche, wie der Ethnologie, der Anthropologie und anderen Richtungen. Ein Ismus kann eine Lehre beinhalten, Ismen können aber auch einfach das beinhalten, was sie benennen: hier die Schamanen. Die Schamanismus Therapie verwendet die Hauptmerkmale des Schamanismus auf therapeutischer Ethik: schamanisches Reisen und schamanisches Wirken in Ordnungen. SeeleIn vielen religiösen Bereichen wird Seele als unsterblicher Teil von Lebewesen angesehen, wobei es nicht in allen Religionen z.B. Tierseelen gibt. Die Schamanismus Therapie versteht unter dem Begriff Seele die Gesamtheit der Gefühle. Ob unsterblich oder nicht, ist wieder eine Frage des Glaubens. Seelenteile sind oft an Orte oder Erinnerungen gebundene Gefühlsteile. Die schamanische Technik der Seelenteilrückholung befasst sich mit der Reintegration verdrängter oder verlorengegangener Gefühlsteile. Fälschlicherweise wird dies heute gerne als "Seelenrückholung" bezeichnet. Ein ganzes Gefühl zu verlieren, dürfte aber selten sein. Spirituelle Bedürfnisse Warum haben Menschen das Bedürfnis nach Spiritualität, was steckt dahinter? Die moderne Welt ist mit wissenschaftlichen Theorien heute aufgeklärter als wahrscheinlich je zuvor. Das Allgemeinwissen verändert sich. Man kommt zusehends in die Lage, die grossen religiösen Fragen erklären zu können. Man spürt teilweise in der Anwendung neuen Wissens, dass Glauben an höhere Mächte auszusterben beginnt. Dieser neuen Realität fehlt es aber an der Befriedigung emotionaler Bedürfnisse wie z.B. dem Trost. Dass es eine starke Richtung in die Religionslosigkeit gibt, ist neu. Wir versuchen, spirituelle Bedürfnisse anhand von Gefühlen und Bedürfnissen zu erklären. Vielleicht ergeben sich dadurch alternative Methoden, diese zu erfüllen.StolzEuropa ist vielleicht zu einem grossen Teil ein Dienstleistungsgebiet. Vielerorts herrscht in der Arbeitswelt Stress vor. Man versucht wie früher ein gutes Bild von sich nach aussen abzugeben. Die Arbeitsleistung empfindet man als erhöht und der psychische Stress nimmt zu. Das mag auch an der Änderung der sozialen Kontakte liegen, die sich in Richtung soziale Medien entwicklen. Eine Aussage darüber können wir aber sicher nicht fundiert machen. Wir können aus unsererm Erleben sagen, dass Stress sehr häufig vorkommt. Stress führt gerne zu einer Verminderung des Selbstwertes. Es muss immer mehr geleistet werden, um noch stolzberechtigt sein zu können. So muss man sich immer mehr Verantwortung aufladen. Daraus resultiert der sogenannte stolzlose Erfolg. Eine Zeit lang gab es sogar eine regelrechte Burnout-Welle. Gegen aussen mag das eigene Bild stimmen, im Innern (esoterisch) aber gar nicht. Ein Grundbedürfnis auf emotionaler Ebene meldet sich: man will Verantwortung abgeben können. Da helfen Religionen und Spiritualität. Das Bedürfnis nach Spiritualität durch den Wunsch nach emotionaler Verantwortungsabgabe . Das kann in Form von Rechtfertigung oder Trotz stattfinden. Hilfreich können Gespräche sein. Im spirituellen Bereich finden sich viele Menschen, die zuhören. Man muss aufpassen, nicht an emotional machthungrige Menschen zu gelangen, denn das Angebot folgt auch hier der Nachfrage.TrostIn einigen Teilen Europas haben die Religionen einen schweren Stand. Die Problematik liegt teilweise in ihrer Glaubwürdigkeit, aber sicher auch in veralteten Ausübungsformen. Die Kirchen läuten immer noch, verlieren aber die arbeitende Bevölkerung damit eher. Etwas, das die Arbeitsleistung stört, mag man nicht.  In der heutigen Zeit wird durch verschiedene Religionen auch klar: sie bilden gerne Rechtfertigungen und Ursachen für Kriege. Ohne Religion gäbe es weniger Kriege. Das hat sich seit den Kreuzzügen nicht geändert. Das von grossen Kriegen in den letzten 70 Jahren verschonte Europa mag dies spüren. Der Preis für die Abwendung von Religionen: es fehlt die Befriedigung des Trost-Bedürfnisses. Dieses Bedürfnis will gedeckt werden. Wenn man nicht mehr zum Pfarrer geht, um Trost zu finden, wohin soll man dann? - Eine Eigenschaft des Trostes ist: es braucht dazu immer eine Machtposition. Man vertraut demjenigen, der Trost spendet. Das Bedürfnis nach Trost führt zu Formen einer Trost spendenden Spiritualität. Diese muss zwangsläufig machtbehaftet sein.Wir erleben heute sozialen Medientrost. In Live-Videos auf Facebook wird zu ganzen Gruppen aus unbekannten Menschen gesprochen, die per Kommentar versuchen, zu helfen und trösten. Viele schreiben dort und haben natürlich keine Fachkenntnisse. Es ist ein gutes Gefühl, zu Trösten. Das hebt den eigenen Selbstwert. Wir haben uns das einmal angeschaut und sind mit unseren Eindrücken noch verwirrt.ZugehörigkeitDer Mensch ist ein Herdentier. Eines unserer Grundbedürfnisse ist die Zugehörigkeit. Als vorteilhaft empfindet man eine Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Menschen, die gleich oder zumindest ähnlich denken. Die Wissenschaft gibt heute Antworten auf Fragen, die früher vielleicht noch zur Gruppenbildung geführt haben. Die Zugehörigkeit zu Religionsgemeinschaften flacht ab. Vereine decken einen grossen Teil ab, aber die Vereinsbeschäftigungen sagen nicht allen Menschen zu. Spiritualität und Philosophie sind in einem Atemzug zu nennen. Nur ist die Philosophie nie zu Ende, sie hört nicht auf. Hier ist Stoff für Diskussionen, um gemeinsam etwas heraus zu finden, und sei es im Kleinen. VerantwortungsabgabeWir hören aus Kreisen der Kindererziehung, dass den Kindern zuweilen sehr viel emotionale Verantwortung übertragen wird. Die Eltern wissen keinen Rat, wenn es um zwischenmenschliche Probleme geht und übertragen die Verantwortung dafür den Kindern selbst. Damit kommen Kinder aber nicht klar. Gelegen kommen da ADHS und Kristallkinder. Es gibt in der Welt der Esoterik viel Rechtfertigung, selbst gut da zu stehen. Besonders für eigene Schwächen gibt es esoterische Gründe, für die man nichts kann. Sei dies Karma oder eine Verfluchung. Man kann ja nichts dafür. Diesen aktiven Verdrängungsprozess halten wir für ungesund. Wir denken, sich etwas zu gönnen, vielleicht Wellness, kann einen auf sich selbst eher rückbesinnen. Selbstreflexionen könnten eine Entwicklung in die Wege leiten.Verstand und UnerklärlichesUnsere Welt ist so vielfältig, dass wir manchmal den Überblick verlieren und uns gewisse Dinge nicht erklären können. Man will sich vielleicht auch nicht mehr alles erklären können. Seltsames darf in den Bereich der Spiritualität gehören, hat aber mit dem Leben nichts zu tun. Dieser zuweilen gesunde Mechanismus weckt das Bedürfnis auf anderer Seite, Lehren und Erklärungen zu finden. Die Quantenphysik ist ein typisches Beispiel. Die Wissenschaft sagt, sie verstehe die Vorgänge im Quantenbereich nicht. Es bietet sich an, eine spirituelle Erklärung dafür zu haben und die Quanten gleich richtig anwenden zu können. Spirituelle Wissenschaft versucht den fehlenden Trost noch zu retten. Das wird ziemlich sicher scheitern. Spirituelle Marktentwicklung Die Schamanenstube beobachtet den deutschsprachigen Raum in Europa. Das sind v.a. die Schweiz, Lichtenstein, Deutschland und Österreich. In diesen vier Ländern zeichnen sich verschiedene Markttrends ab. Aus Lichtenstein haben wir leider keine Eindrücke. Unsere Wahrnehmung der letzten 30 Jahre in der Schweiz lässt sich beschreiben: nach der Hellseherei und Magie kam eine Buddhismus-Welle auf, die sich lange hielt. Das Ende der 70er Jahre brachte den Wassermannzeitalter-Trend eher zu einem Ende. Das verlangte nach neuen Richtungen. Channeling stand im Kurs. Reiki kam dazu, aber auch TCM. Die Scientologen und andere Sekten tauchten auf. Nachdem die Reiki-Einweihungen auch per Ebay kaufbar wurden, hielt sich kurz die Quantenheilung und schwappte in eine für uns unselige Schamanismus-Welle um. Diese versucht sich heute in Richtung schamanisches Yoga und schamanische Hypnose zu entwickeln. Weg vom Erdigen, hin zu Losgelöstem. Den Schamanismustrend haben wir nie verstanden: Schamanismus an der Wurzel ist ein harter Weg, sehr komplex und bodenständig. Er bietet weder Trost noch Anerkennung, zumindest nicht in seiner glaubensfreien Form. Er erlaubt eine Machtergreifung, die wir für gefährlich halten.Spirituelle SchweizEs gibt viele Schweizer esoterische Angebote. Nichts scheint im Moment wirklich Fuss zu fassen. Engel und Mystizismus sind wieder eher im Kurs. Die Schamanenwelle hat die Schweiz vor einigen Jahren erreicht. Diese flacht in unserer Wahrnehmung derzeit etwas ab. Das ist gut. Einiges bleibt: die Visionssuchen und die Naturhochzeiten. Vielen Schweizern scheint es emotional schlecht zu gehen. Psychotherapie ist verschrien, man sucht sich andere Therapie-Formen, die nicht Therapie heissen. Sind diese glaubensfrei, scheinen sie mehr Erfolg als andere zu haben. Das bedingt allerdings, dass sie fundierte Kenntnisse über psychologische Abläufe aufweisen. Wir nehmen einen Trend wahr, Spirituelles eher als emotionale Wellness konsumieren zu wollen. Das kann sich produktiv entwickeln.Deutschland Die Schamanen-Hochkultur lebt voll auf. Messen und Veranstaltungen werden im grossen Stil die ganze Esoterik beinhaltend aufgezogen. Wir blicken da nicht durch. Es gibt schamanisches Yoga und hypnotischen Schamanismus, Druiden wetteifern mit Hexen. Das Machtverhalten von Anbietern nehmen wir sehr stark ausgeprägt wahr. Es gibt in Deutschland aber eine auch für uns ernsthafte Linie: helfende Bestrebungen werden mit professionellen Formen gemischt, die sich auf einer menschenachtenden Ethik bewegen. Diese gehen derzeit in der Überfüllung mit Schamanen noch unter.Österreich Ebenso hier findet sich ein Schamanismus Trend auf hohem Niveau. Vieles wirkt seltsam auf uns. Man spürt wie in Deutschland in den Formulierungen von Anbietern heraus, dass sie von der eigentlichen Materie nur bedingt eine Ahnung haben. Die meisten Angebote sind neu und viele scheinen sich nicht lange zu halten. Schöne Züge gibt es in der Vereinigung von Wellness und Spiritualität. Der Knackpunkt hier könnte sein, dass die Macht aus der Spiritualität weichen muss, um wirklich Genuss erleben zu lassen. Hier ist Österreich immer schon vorne mit dabei gewesen: Wellness, Genuss und Entspannung. Ein schöner Trend, der sich durchsetzen könnte. Wahrnehmungen der Schamanenstube Die Zweiteilung der Spiritualität in extrem machtvolle und in therapeutische Vorgehen trennt den Markt. Die menschlichen Bedürfnisse wollen erfüllt werden. Wir sind gespannt, wie sich das alles in den nächsten Jahren weiter entwickelt. Wir denken, es wird sich noch einiges tun. Vielleicht ändert sich sogar Luke Skywalker's Spruch in: "Spüre den Therapeuten in Dir".Viele Anbieter sind wirklich liebe Menschen, die es gut meinen. Dieser grosse Teil der spirituell Arbeitenden darf nicht vergessen werden. Besonders im schamanischen Bereich gibt es spürbare Hingabe, z.B. auch bei den Herstellern von Gegenständen. Am sinnvollsten wäre es, die seichte Esoterik weicht professionellen Therapieformen mit Krankenkassenanerkennung.
28.03.2017 - 14:00:00
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