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Hinzugefügt am 03.01.2013 - 17:42:33 von NLP-Zentrum Berlin
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Wie Ziele funktionieren - Teil 2: Wollen
Kraftvolle Ziele entwickeln Sich Ziele zu setzen, ist eines, sie auch zu erreichen, ein anderes. Dabei ist es im Grunde gar nicht so schwer. In unserem letzten Artikel ging es um Surfen oder Treiben lassen und um Träumen und Wünschen. Träumen ist ein absolut unerlässlicher erster Schritt – und viele Menschen bleiben dort stehen… Sie aktivieren nicht den nächsten Schritt in der Zielerreichungskette – das Wollen. Hier entsteht Commitment und eine kraftvolle Anziehung. Doch wie geht das? In diesem Artikel geht es um die nächste Stufe der Zielkonkretisierung und um den Übergang zum Planen und Handeln. Konkret beschäftigen wir uns diesmal mit dem Setzen SMARTer Ziele.SMART statt wischi-waschi Viele Ziele werden nicht erreicht, da sie schwammig formuliert, schwer vorstellbar und wenig attraktiv sind. Mit konsequenter Anwendung des SMART-Akronyms für Ziele werden Ziele klarer, greifbarer und motivierender. Am besten machst du gleich mit einem deiner Ziele mit! Falls du diesen Artikel nur liest, und nicht an deinen Zielen arbeitest, könnte dies ein schlechtes Zeichen für deine Ziele sein – also nimm dir eines deiner Ziele und gehe es aktiv durch – lass es vom Wünschen zum klaren Wollen kommen. Was ist SMART?! SMART: steht für Sinnspezifisch – Messbar – Attraktiv – Realistisch – Terminiert. Betrachten wir zwei Beispielziele: Regelmäßig joggen! „Ab morgen jogge ich jeden Montag und Mittwoch um 07:00 Uhr für eine Stunde im Park.“ Selbständigkeit als Coach! „Ab dem 1.1.2018 arbeite ich als Beziehungs-Coach in Berlin. Mein Einkommen aus dieser Arbeit liegt ab 1.7.2018 bei 2.000 Euro pro Monat und ab 1.1.2019 bei 4000 Euro pro Monat. Ab 1.1.2019 biete ich außerdem Seminare zu dem Thema an.“ Beide sind schon recht klar formuliert, sogar mit Termin (das T im SMART). Aber schauen wir uns das Ganze einmal im Detail an... Wie lautet eigentlich dein Ziel? Sinnspezifisch Wenn du dein Ziel erreichen willst, hilft es sehr zu wissen, wie es aussieht, sich anfühlt… Stell dir dein Ziel konkret und klar vor – nimm dir dafür etwas Zeit, am besten 5-10 Minuten. Versetze dich in die Situation, in der du das Ziel schon erreicht hast. Was nimmst du wahr? Was hörst du, siehst du und spürst du, wenn du dein Ziel erreicht hast? Umso genauer du dein Ziel mental erlebst, umso einfacher wirst du es erreichen können, denn du weißt genau, was du willst und spürst, wie attraktiv es ist - und du hast es ja auch schon mal erlebt (gerade jetzt). Beispiel: Ich sehe die Bäume, spüre den Wind in meinem Gesicht und höre die Schritte, während ich durch den Park jogge. Es fühlt sich gut an. Wie ist es mit deinem Ziel? Wie erlebst du dein Ziel - was siehst, hörst, fühlst du? Messbar Woran konkret erkennst du, dass du dein Ziel erreicht hast? Welche eindeutigen Kriterien hast du für die Zielerreichung? Was genau hat sich verändert? Woran bemerken andere, dass du dein Ziel erreicht hast? Was musst du sehen, hören, fühlen, um zu wissen, dass du das Ziel erreicht ist? Beispiel: Ich weiß, dass ich mein Ziel erreicht habe, wenn ich seit 6 Monaten jeden Montag und Mittwoch um 8:00 verschwitzt unter der Dusche stehe und morgens joggen für mich zu einer wohltuenden Gewohnheit geworden ist. Wenn ich mich fitter fühle und mir Freunde sagen, dass ich sportlicher geworden bin. Beachte: Ein Ziel sollte konkret und positiv formuliert sein, ohne Negationen: „Ich wiege 53 kg und fühle mich wohl!“, anstatt „Ich möchte nicht mehr so faul und träge sein.“ Wenn du das eine nicht möchtest, dann frage dich, was möchtest du stattdessen? Wie ist es mit deinem Ziel? Woran genau erkennst du, dass du dein Ziel erreicht hast? Attraktiv Hier steckt die Motivation. Erlaube dir immer mehr von dem zu tun, was du wirklich möchtest. Ist das Ziel für dich erstrebenswert? Wofür möchtest du dein Ziel erreichen? Was wird dir durch das Erreichen des Ziels noch möglich? Aber hier ist auch der Punkt, was musst du dafür aufgeben – jedes Ziel hat einen Preis und jedes Ziel bringt einen Gewinn! Das einzige was zählt ist, dass der Gewinn den Preis deutlich übersteigt! Beispiel: Wenn ich öfter Sport mache, bleibe ich gesund und ich beweise mir Willenskraft. Gesundheit und Stärke sind zwei wichtige Werte in meinem Leben. Und ich bin meinen Kindern ein gutes Vorbild. Wie ist es mit deinem Ziel? Lohnt es sich und wenn ja wofür? Realistisch Das Ziel muss von dir selbst erreichbar und realistisch sein. Es ist wichtig, dass du dir Ziele setzt, die du auch erreichen kannst und an die du glaubst. 15 Kg in einer Woche abnehmen oder ähnliches, sind Ziele, die man noch einmal überdenken sollte. Aber es spricht nichts gegen große Ziele – ganz im Gegenteil! Anmerkung: Viele gute Ziele sind Plan B Ziele! Plan A: Mein Partner sollte mehr Sport machen... Plan B: Ich werde mehr Sport machen! Beispiel: Letztes Mal hat es nicht funktioniert, weil ich zu viel anderes zu tun hatte, daher habe ich dieses Mal den Beginn auf eine Zeit gelegt, in der ohnehin wenig sonstiges zu tun ist. Außerdem habe ich es meinen Freunden erzählt und sie geben, mich regelmäßig zu fragen, wie es mit meinem Joggingprojekt steht - das wird mich eher dazu bringen dran zu bleiben ;-) Wie ist es mit deinem Ziel? Glaubst du an dein Ziel und daran, dass du es schaffen wirst? Wie willst du evtl. auftretenden Schwierigkeiten begegnen? Terminiert „Ein Ziel, ist ein Traum mit einem Termin!“ - Napoleon HillJedes Ziel braucht einen Termin. Wenn ein Ziel einen Termin bekommt wird es ernst, ab jetzt kann man scheitern aber ab jetzt ist auch klar, was zu tun ist. Ein Buch in 5 Jahren zu schreiben, ist etwas völlig anderes, als es in 5 Monaten fertig haben zu wollen oder irgendwann einmal. Mit dem Termin wird die Größe der Schritte klar. Und letztendlich kann man erst mit dem Termin einen sinnvollen Plan machen. Also: Wann wirst du beginnen? Wann wirst du dein Ziel erreicht haben? Beispiel: Ab morgen jogge ich jeden Montag und Mittwoch um 07:00 Uhr für eine Stunde im Park. Wie ist es mit deinem Ziel? Wann wirst du dein Ziel erreicht haben? Wenn du vor 2 Wochen den ersten Teil mitgemacht hast, dann hast du jetzt vermutlich etwa 3 bis 100 Ziele. Beginne die SMARTe Formulierung mit deinen 3 wichtigsten oder 3 nächsten Zielen! Viel Erfolg auf der nächsten Stufe zur Erreichung deiner Ziele! P.S.: In zwei Wochen geht es weiter…
15.01.2017 - 11:18:05
https://nlp-zentrum-berlin.de/infothek/nlp-psychologie-blog/item/ziele-2
 
Wie Ziele funktionieren - Teil 1: Wünschen
Treiben lassen oder surfen „Wer sein Ziel nicht kennt, muss sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt!“ – Mark Twain Mal ganz ehrlich: Wer bestimmt den Weg, den du in deinem Leben gehst? Du selbst oder die „Umstände“? (Natürlich sind wir Menschen, als interdependente Wesen, nicht unabhängig von der Umwelt zu betrachten und auch die Entscheidung, sich von den Umständen - Ereignissen oder der Meinung der anderen - leiten zu lassen, ist natürlich deine Entscheidung.) Und doch stellt sich die Frage, wer im Wesentlichen und konkret entscheidet, was du anstrebst und erlebst. Denn eines sollten wir nie vergessen: Jeder Mensch hat nur ein Leben. Und zum Leben gibt es keine Probe, alles ist Live, jeder Moment! Und wir haben immer die Wahl: Lassen wir uns treiben oder surfen wir. Lassen wir uns von den Umständen bestimmen oder machen wir uns einen Entwurf von dem, was uns im Leben wesentlich ist und verfolgen es!Stephen R. Covey schrieb einmal: „Alles im Leben wird zweimal erschaffen.“ Zuerst in der Phantasie und dann setzen wir es um. Die Fähigkeit zur Vorstellung und Fantasie ist eine spezifisch menschliche und in unserem präfrontalen Kortex angesiedelt. Und es wäre doch schade, dieses Potential nicht zu nutzen. Aber genug der Theorie, heute und in den beiden folgenden Artikeln, soll es um Ziele gehen und darum, wieviel Spaß es macht, Ziele zu verfolgen und zu erreichen – vor allem, wenn auch andere etwas von den Zielen haben. Die Grundformel, an der wir uns orientieren, lautet: Wünschen – wollen – planen – handeln – haben! Wobei die ersten drei Schritte gut zu dem Ablauf des Disney Formates im NLP passen. Und heute geht es um die erste Phase, das Wünschen oder Träumen… Lohnenswerte Ziele „Frage nicht, was die Welt braucht. Frage, was dich lebendig werden lässt und dann tue es! Denn, was die Welt wirklich braucht, sind Menschen, die lebendig sind.” – Howard Thurman Ziele sind dafür da, uns zu erfüllen – alles andere sind vermutlich Ziele anderer Menschen oder andere Irrtümer. Mit Zielen anderer Menschen meinen wir beispielsweise, wenn deine Eltern für dich geplant hatten, dass du Zahnarzt wirst und du das dann auch geworden bist, ohne zu überprüfen, was du eigentlich willst. Oder dein Partner möchte, dass du Karriere machst – aber was willst du? Irrtümer sind veraltete Ziele oder Ziele, die (scheinbar) von der Gesellschaft vorgegeben werden – aber was genau willst du? Das sind beides Ziele, die sich nicht lohnen, denn wir glauben, dass du nicht auf dieser Welt bist, um anderer Leute Ziele zu erfüllen. Die Glücksforschung hat uns in den letzten Jahren geholfen, mehr über lohnenswerte Ziele herauszufinden. Dabei kamen folgende Dinge ans Licht: Erlebnisse machen glücklicher als Besitztümer. Etwas zu machen, von dem auch andere etwas haben, macht glücklicher als rein egoistische Dinge. Ab einer bestimmten Menge macht noch mehr Geld nicht mehr glücklicher. Außerdem ist es bei Zielen wichtig zu überprüfen, ob die Ziele auch deine wichtigsten Werte erfüllen. Wenn dir zum Beispiel Abenteuer ein sehr wichtiger Wert ist, könnte es sein, dass das Ziel, einen sicheren Job in einem einheitlich eingerichteten Büro zu haben, dich nicht glücklich machen wird. (Zu Wertearbeit, schreiben wir im neuen Jahr etwas) Ziele finden - Das Wünschen Heute möchten wir dir vier Herangehensweisen zum Finden von Zielen vorstellen und auch wenn einige sich ähneln, wird dir doch eines am meisten liegen. 100 Ziele-Liste Die 100 Ziele-Liste ist eine Liste mit 100 Zielen - so einfach ist das :-). Sie ist inspiriert durch John Goddard, einem Amerikaner, der mit 15 Jahren, an einem Nachmittag, eine Liste mit 127 Zielen niederschrieb, die er "My Life List" nannte. Gut 70 Jahre später hatte er über 100 davon erreicht. Wenn dir dieser Ansatz gefällt, schreibe in den nächsten Tagen 100 kleine und große Ziele auf, die du in deinem Leben erleben möchtest. Arbeitsblatt als Download Löffelliste Die Löffelliste ist inspiriert aus dem Film „Das Beste kommt zum Schluss“. Hier ist die Fragestellung: Was möchtest du erlebt haben, bevor du deinen Löffel abgibst? Welche kleinen oder großen Dinge, die von Bedeutung für dich sind, möchtest du getan oder erlebt haben bevor du stirbst? Robbins Kategorien für Ziele Toni Robbins schlug vor, für unser Leben Ziele in bestimmten Bereiche zu setzen. Ursprünglich waren dies emotionale Ziele, später verfeinerte er die Einteilung in fünf weitere Kategorien und wir haben noch „alles andere“ (z.B.: Wohnort, Abenteuer, …) hinzugefügt. Körper und Gesundheit Familie, Partnerschaft, Freunde Beruf und Finanzen Persönliche Entwicklung und Fähigkeiten Spiritualität, Sinn und Geben Emotionen, Lebensgefühl und alles andere… (z.B. wohnen, reisen) Arbeitsblatt als Download Big Five Zu den Big Five findest du einiges in unserem Artikel vor 3 Jahren. Die Grundfrage lautet: Welche fünf Dinge willst du in deinem Leben gesehen, getan oder erlebt haben, damit du am Ende deines Lebens sagen kannst, dieses Leben hat sich wirklich gelohnt - es ist nichts Wesentliches offen geblieben. Es gibt noch viele weitere Methoden um zu Zielen zu kommen, dies waren erst einmal vier. Wenn du eine kennst, die dir besser gefällt, nimm sie. Wichtig ist nur, dass du dich deinem Lebensentwurf widmest – es gibt kaum etwas Wichtigeres. Stopp Es wäre schade, wenn du dies nur liest und dann wieder weitermachst, wie vorher. Nimm dir etwas Zeit für dich – wesentliche Zeit – und mache dir eine Liste deiner Ziele. Nicht weil wir es hier schreiben, sondern weil du es dir wert bist! Und vielleicht hast du schon eine Liste, dann gehe sie durch und überarbeite oder ergänze sie. Und wenn du wirklich gerade keine Zeit hast, dann nimm dir nur einen Moment und setze dir jetzt nur ein Ziel: Lege einen Zeitpunkt fest, wann du dir in den nächsten 3 Tagen die Zeit nehmen wirst, deine Ziele zu formulieren und ein Leben zu entwerfen, dass zu dir passt! Und trage dir dieses Ziel in deinen Kalender ein. Surfen ist zwar anstrengender und aufwändiger aber auch wesentlich erfüllender, als von den Umständen gesteuert und getrieben zu werden. Wir wünschen dir viele große und perfekte Wellen! P.S.: In zwei Wochen geht es dann weiter damit, wie Wünsche konkreter und zu echten Zielen werden.
29.12.2016 - 02:54:28
https://nlp-zentrum-berlin.de/infothek/nlp-psychologie-blog/item/ziele-1
 
Macht Stress krank? Teil I
Unsere Annahmen beeinflussen die Wirkung von Stress Was für eine Frage!? Schließlich wissen wir aus zahlreichen Veröffentlichungen, dass jeder Dritte in Deutschland unter Stress leidet. Damit ist doch klar: Stress macht krank! Insbesondere in den letzten 40 Jahren wurden etliche Studien gemacht, in denen die Beziehung zwischen Stress, Gesundheit und Sterblichkeit untersucht wurde. Doch hat keine dieser Studien die Beziehung zwischen der individuell eingeschätzten Auswirkung von Stress auf die Gesundheit und den tatsächlichen gesundheitlichen Folgen untersucht. Etwas differenzierter betrachtet eine Gemeinschaftsstudie der Harvard University und University of California diesen Sachverhalt. Es wurden zwischen 1998 und 2006 fast 30.000 Erwachsenen jedes Jahr zwei Fragen gestellt: „Wie viel Stress haben Sie im letzten Jahr gehabt?“ „Glauben Sie, dass Stress Ihrer Gesundheit schadet?“ Zusätzlich wurde noch um eine Gesundheitseinschätzung gebeten. Die Antworten auf diese Fragen und die Sterblichkeit der Befragten (10,3% starben in der Zeit) wurden miteinander korreliert. Das Ergebnis ist erstaunlich. Nicht Stress macht krank sondern unsere Beurteilung Zunächst zeigte sich das Bekannte. Die Wahrscheinlichkeit für einen schlechten Gesundheitszustand stieg mit dem berichteten Stresslevel. Allerdings stieg auch die Wahrscheinlichkeit für einen schlechten Gesundheitszustand mit der Einschätzung, dass Stress schlecht für die Gesundheit sei. Insbesondere ist der Vergleich von zwei Versuchsgruppen in der Studie interessant: Die erste Versuchsgruppe, die einem höheren Stresslevel ausgesetzt war, Stress aber nicht negativ mit ihrer Gesundheit in Verbindung bringt und eine zweite Versuchsgruppe, die sogar weniger Stress ausgesetzt war, und Stress als negativ für ihre Gesundheit einschätzte. Das Ergebnis war, dass die erste Gruppe trotz höherem Stress einen deutlich besseren gesundheitlichen Zustand im Vergleich zur zweiten Versuchsgruppe hatte. 33,7% der Testpersonen glaubten, dass Stress ihre Gesundheit stark oder zu einem gewissen Grad negativ beeinflusst. Erhöhtes Sterberisiko bei hohem Stresslevel mit negativer Beurteilung In Bezug auf das Sterberisiko, haben bei jeweils isolierter Betrachtung weder die Höhe der Belastung noch die Beurteilung, dass Stress sich negativ auf die Gesundheit auswirkt, einen deutlichen Effekt. Allerdings zeigte sich, dass bei kombinierter Betrachtung die Korrelation zwischen dem Sterberisiko einerseits und ein hoher Stresslevel mit der Beurteilung, dass Stress die Gesundheit negativ beeinflusst andererseits, statistisch signifikant ist. Die Versuchspersonen, die im Vorjahr ein hohes Stresslevel hatten und Stress zudem als schädlich für ihre Gesundheit bewertet haben, haben ein zu 43% erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu den Personen, die das gleiche oder sogar ein höheres Level an Stress hatten, Stress aber nicht als gesundheitsschädlich bewertet haben. Wieder ist die Kombination aus der Menge und der individuellen Beurteilung von Stress, entscheidend. Menschen, die Stress erleben und Stress als belastend für ihre Gesundheit empfinden, beeinflussen damit also möglicherweise unbewusst ihre physische und psychische Gesundheit und neigen zu einem höheren Sterberisiko. Unsere Erwartungen haben einen signifikanten Einfluss auf unsere Gesundheit Nicht Stress macht krank, sondern das, was wir über die Auswirkung von Stress glauben. Vergleichbar dem Placebo-Effekt, bei dem das Ergebnis einer Behandlung in hohem Maße von der Erwartung des Ergebnisses abhängt, richtet sich die Auswirkung von Stress auf die Gesundheit danach, was wir, auch unterbewusst, erwarten. (Dies gilt übrigens auch in Bezug auf den Verlauf von Krankheiten und vielem anderen.) Die gute Nachricht ist also: durch eine wirkliche Veränderung unserer Erwartungen, kann sich die Reaktion unseres Körpers ändern und das nicht nur bei Stress. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3374921
18.10.2015 - 22:54:28
https://nlp-zentrum-berlin.de/infothek/nlp-psychologie-blog/item/macht-stress-kr ...
 
Macht Stress krank? - Teil II
Was unsere Erwartung und Oxytocin mit der Wirkung von Stress zu tun haben Im letzten Artikel haben wir begonnen uns mit der Frage zu beschäftigen: „Macht Stress krank?“. Wie sich zeigte, macht nicht Stress krank, sondern die Einstellung dem Stress gegenüber. Wir möchten diesmal, angeregt durch einen Vortrag von Kelly McGonigal, noch etwas tiefer in diese Thematik eintauchen und mit Hilfe von Studienergebnissen weitere erstaunliche Dinge aufzeigen. Neben einer Vertiefung der These, dass nicht Stress sondern eine ungünstige Einstellung dem Stress gegenüber krank macht, geht es diesmal vor allem um Oxytocin, welches ein wichtiges, wenn auch wenig bekanntes, Stresshormon ist und was dies für Menschen mit Stress bedeutet… Eine veränderte Einstellung zu Stress ändert die Reaktion des Körpers auf Stress Im ersten Teil zum Thema Stress ging es um eine Studie der Harvard University und der University of California. Die beiden Universitäten erstellten jedoch noch eine weitere interessante Studie zu den Auswirkungen der Beurteilung von Stress. Die Teilnehmer der Studie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und gleichen Stresssituationen ausgesetzt. So sollten sie zunächst vor einem Expertengremium eine 5-minütige Rede über ihre persönlichen Schwächen halten. Die Experten waren darauf geschult, den Teilnehmern ein entmutigendes, non-verbales Feedback zu geben, was sie auch taten. In einer weiteren Runde mussten die Teilnehmer einen Mathe-Test durchführen, ohne zu wissen, dass die Prüfer angewiesen waren, die Teilnehmer beim Lösen der Aufgaben zu stören und unter Druck zu setzen. Beide Gruppen kamen also in die gleichen Prüfungssituationen, jedoch wurden die Gruppen unterschiedlich vorbereitet. Während einer Gruppe gesagt wurde, dass sie ihre Stressreaktion reduzieren können, indem sie die Stressquelle ignorieren, wurde der anderen Gruppe mitgeteilt, dass ihre Stressreaktion eine hilfreiche Körperreaktion ist und dass schneller zu atmen das Gehirn mit mehr Sauerstoff versorgt und das klopfende Herz hilft, sich auf Herausforderungen vorzubereiten. Denn bei einer typischen Reaktion des Körpers auf Stress erhöht sich die Herzfrequenz und die Gefäße ziehen sich zusammen. Das fühlt sich allgemein eher unangenehm an und ist einer der Gründe, warum chronischer Stress mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang gebracht wird und es nicht gesund ist, sich länger in einem solchen Zustand zu befinden. Die Gruppe von Teilnehmern, die lernten, ihre Reaktion auf Stress als ihrer Leistung zuträglich zu bewerten, war vor der Aufgabe weniger gestresst, weniger ängstlich und deutlich zuversichtlicher. Doch noch beeindruckender war, wie die körperliche Stressreaktion sich während der Prüfungszeit veränderte: die Adern blieben entspannt und das Herz schlug zwar auch etwas stärker, aber in viel gesünderem Ausmaß, vergleichbar mit Situationen der Freude oder des Mutes. Und das nur wegen einer anderen Einstellung zu Stress! Stress macht sozial Aber das ist noch nicht alles, denn bei Stress wird ein ganz besonderer Botenstoff ausgeschüttet: Oxytocin. Ja, so überraschend das klingt, Oxytocin ist ein Stresshormon - jedoch mit ganz besonderen Eigenschaften. Als „Kuschelhormon“ ist Oxytocin dafür bekannt, uns soziale oder körperliche Nähe empfinden und aufzubauen zu lassen. Es wird bereits ausgeschüttet, wenn wir jemanden umarmen, in sehr viel größeren Mengen bei der Entbindung eines Kindes und beim Stillen durch den Saugimpuls des Säuglings. Es sorgt für eine schnelle Geburt, eine stabile Mutter-Kind Bindung und festigt die Partnerschaft. Was die meisten jedoch nicht wissen ist, dass das im Hinterlappen der Hypophyse gebildete Neuropeptid Oxytocin auch in Stresssituationen freigesetzt wird. Oxytocin motiviert uns, Unterstützung bei anderen zu suchen - denn gemeinsam können Menschen mehr erreichen als allein. Gemeinsam sind sie stärker, ideenreicher, können besser Aufgaben aufteilen und vieles mehr. Oxytocin ist also in Stresssituationen eine gute Idee. Aber das ist noch längst nicht alles, denn die Produktion von Oxytocin macht auch gesünder! Oxytocin macht Gesund Oxytocin wirkt nicht nur als Neurotransmitter im Gehirn, sondern auch als Hormon im Körper. Dort sorgt es beispielsweise dafür, unser Herz-Kreislaufsystem vor den Nebeneffekten des Stresses zu schützen, indem es als natürlicher Entzündungshemmer wirkt. Das Herz besitzt sogar spezielle Rezeptoren für Oxytocin, wodurch es die Herzzellen unterstützt, sich nach einem durch Stress verursachten Schaden zu regenerieren, zu heilen und das Herz zu stärken. Wenn wir unter Stress Unterstützung suchen, sei es um jemandem zu helfen oder um Hilfe zu suchen, setzt der Körper mehr Oxytocin frei! Dadurch reagieren wir gesünder auf Stress und erholen uns schneller. In einer Studie der University of Michigan wurden 850 Personen im Alter von 34-93 Jahren zwei Fragen gestellt: „Wie viel Stress hatten Sie im letzten Jahr?“ „Wie viel Zeit haben Sie im letzten Jahr darauf verwendet, Ihre Freunde, Nachbarn oder Menschen in Ihrer Umgebung zu unterstützen?“ Für die Auswertung der beiden Fragen, wurde ein standarisiertes Schema eingesetzt. So zählten zu den anzugebenden Stresssituationen Ereignisse wie Verlust des Arbeitsplatzes, schwere (nicht lebensbedrohliche) Erkrankungen, familiäre Krisen oder finanzielle Schwierigkeiten. Das Hilfeverhalten wurde in vier unbezahlte Aktivitäten eingeteilt, wie Unterstützung bei Besorgungen, Hausarbeit oder Kinderbetreuung. Außerdem gaben die Befragten an, wie lange sie in den vergangenen 12 Monaten diese Aktivitäten durchgeführt hatten. Zusätzlich wurden im Rahmen der Studie in den darauffolgenden fünf Jahren die Todesfälle innerhalb der Gruppe registriert und mit den Antworten korreliert. Kommen wir zu dem Ergebnis dieser Studie: Für jedes besonders stressige Erlebnis, erhöhte sich das Sterberisiko um 30 %... jedoch nicht für Menschen, die mehr Zeit darauf verwendeten, sich um andere zu kümmern – sie zeigten kein höheres Risiko, aufgrund von Stress zu sterben. Auch dann nicht, wenn sie zusätzlich einer großen Menge an Stress ausgesetzt waren. Anderen zu helfen, verringert also das stressbedingte Sterberisiko signifikant. Zusammengefasst… Wie wir denken und wie wir handeln, kann die Auswirkungen von Stress in hohem Maße beeinflussen. Sobald wir unsere Stressreaktion als hilfreich betrachten und wenn wir unter Stress den Kontakt zu anderen suchen, steigen Belastbarkeit, Mut und Gesundheit signifikant an. Stress aktiviert unser Herz-Kreislaufsystem und unsere Atmung, um uns Kraft und Energie zu liefern. Mitgefühl und der Mut um Hilfe zu bitten, produziert Oxytocin und ermöglicht dem Herz-Kreislaufsystem sich schnell zu regenerieren. Wenn wir uns entscheiden, Stress derart zu betrachten, werden wir deutlich besser mit den Herausforderungen des Lebens umgehen und uns daran erinnern, nicht alleine damit fertig werden müssen. Und vielleicht würden wir auch, wie Kelly McGonigal, damit aufhören undifferenziert anderen Menschen zu sagen, dass Stress krank macht, denn das könnte Menschen wirklich krank machen. Quellen: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3410434/ http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3780662/Bild: basketman23 | dollarphotoclub
18.10.2015 - 22:54:28
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Dankbarkeit macht glücklich und gesund!
Dankbarkeit macht gesund, leistungsfähig, ausgeglichen und stärkt Beziehungen In der buddhistischen Tradition spielt Dankbarkeit seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle auf dem Weg zum inneren Frieden. Nun rückt Dankbarkeit seit einigen Jahren auch immer in den Fokus der Wissenschaft. Das Wissenschaftszentrum der Berkeley Universität für Allgemeinwohl (Greater Good Science Center) erforscht das Thema seit 2001 und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Dankbarkeit zu den sechs Säulen des Glücks gehört. Immer mehr Wissenschaftler wenden sich diesem Thema zu, um die positiven Auswirkungen dieser Haltung zu erforschen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Dankbare Menschen sind gesünder, besser gelaunt, stressresistenter, leistungsfähiger und zufriedener mit ihrem Leben und ihren sozialen Beziehungen. Ein dankbares Herz ist ein gesünderes Herz. Prof. Paul J. Mills von der University of California, San Diego, hat untersucht, wie Dankbarkeit die Gesundheit von Herzpatienten verbessern kann. An der Studie nahmen 186 Männer und Frauen mit Herzinsuffizienz teil. Mithilfe von psychologischen Tests wurde der Grad der Dankbarkeit und des geistigen Wohlbefindens der Testpersonen festgestellt. Die ermittelten Werte verglich man mit dem psychischen Zustand, der Schlafqualität, der Müdigkeit, dem Glauben in sich selbst und den Entzündungswerten im Blut der Patienten. Es wurde festgestellt, dass je dankbarer die Patienten waren, ihre Laune umso fröhlicher und ihr Schlaf umso besser war. Außerdem stand eine größere Dankbarkeit im Zusammenhang mit höherem Selbstvertrauen und reduzierten Entzündungswerten. Im nächsten Schritt wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wurde gebeten, ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben. In Dankbarkeitstagebüchern - die manchmal auch als Glückstagebücherbuch bezeichnet werden - werden vom Schreibenden nur positive Dinge notiert. Die Patienten aus der ersten Gruppe haben acht Wochen lang täglich drei Dinge aufgeschrieben, für die sie sich dankbar fühlten. Die zweite Gruppe führte kein Tagebuch. "Wir stellten fest, dass bei jenen Patienten, die täglich in ihr Dankbarkeitstagebuch schrieben, gleich mehrere Entzündungswerte sanken. Gleichzeitig erhöhte sich die Herzfrequenzvariabilität, was mit einem reduzierten Infarktrisiko gleichzusetzen ist", erklärte Prof. Mills. Dankbarkeit statt Antidepressiva Dankbarkeit kurbelt die Produktion von Dopamin und Serotonin an, die im Volksmund auch als „Glückshormone“ bezeichnet werden. Dopamin ist für unsere Antriebsteigerung und Motivation zuständig. Serotonin reguliert im Herz-Kreislauf-System die Spannung der Blutgefäße. Psychisch ist Serotonin ein natürlicher Stimmungsaufheller. Es gibt uns das Gefühl der Gelassenheit, innerer Ruhe und Zufriedenheit. Es sorgt unter anderem dafür, dass wir ausgeschlafen sind und unseren gesunden Appetit behalten. Dankbarkeit ist eine Sache der Übung Eine weitere erfolgreiche Dankbarkeitsübung ist das Schreiben und Überbringen von Dankesbriefen. Die Wissenschaftler der University of Indiana untersuchten 43 Personen, die wegen Angstgefühlen oder Depression nach Unterstützung suchten. Mit 22 von ihnen absolvierten die Forscher eine wöchentliche Sitzung, in der es um Dankbarkeit ging. Dabei sollten die Teilnehmer Dankesbriefe schreiben. Anschließend konnten die Probanden entscheiden, ob die Dankesbriefe an die entsprechenden Empfänger abgeschickt werden oder nicht. Die übrigen 21 Teilnehmer hatten keine Dankbarkeits-Sitzungen. Drei Monate später machten die Wissenschaftler von allen Teilnehmern Gehirnscans. Während dessen wurde den Probanden erzählt, dass sie von einem wohlhabenden Spender Geld bekommen würden. Dieser würde nichts dafür verlangen, sich aber freuen, wenn sie zum Dank einen Teil davon an eine Wohltätigkeitsorganisation oder an eine andere Person spenden würden. Nach dem Test würden die Probanden den versprochenen Geldbetrag bekommen, abzüglich des Betrags, den sie spenden würden. Die Gehirnscans haben folgendes gezeigt: die Teilnehmer, die vorher die Dankesbriefe geschrieben hatten, zeigten signifikant stärkere Aktivitäten in den Gehirnbereichen, die die Forscher vorher mit Dankbarkeit in Zusammenhang gebracht hatten. Im Bild sieht man die Gehirnaktivität während der Dankbarkeitsempfindung. Gelb = positive Korrelation mit Dankbarkeitsempfindung (Schläfenlappen und präfrontaler Kortex).Blau = negative Korrelation (vorderen Gyrus cinguli, Inselrinde und sekundärer somatosensorischen Kortex. Das bedeutet, dass jeder Dankbarkeit trainieren kann. Und das Beste daran ist: Je dankbarer man sich fühlt, desto eher ist man bereit, etwas von der Dankbarkeit weiter zu geben. Und es müssen keine Geldspenden sein. Man kann einfach öfter dem Nachbar die Tür aufhalten oder sich bei dem Partner bedanken, dass er den Müll rausgebracht hat. Dankbaren Menschen fällt es nicht nur leichter sich bei den anderen zu bedanken, sondern auch um Unterstützung zu bitten. Menschen, die die Sprache der Dankbarkeit sprechen, haben oft ein besseres soziales Netz. Dankbarkeitsübung mit Erbsen Es ist also wichtig, sich in Dankbarkeit zu üben. Wie macht man das? Ein Dankbarkeitstagebuch oder Dankbarkeitsbriefe sind wunderbare Beispiele dafür. Es gibt zahlreiche sehr wirksame Dankbarkeitsübungen und ich möchte dir noch die Übung mit Erbsen oder Murmeln empfehlen. Stecke jeden Morgen eine Handvoll Murmeln in die rechte Tasche deiner Jacke oder Hose. Und dann, während du durch den Tag gehst, achte auf die Momente, Personen, Dinge, die für dich wertvoll sind und nehmen innerlich wahr, dass du für sie dankbar bist. Für jedes leise Dankeschön wandert nun eine Erbse aus der rechten in die linke Tasche. Abends dann, bevor du schlafen gehst, leere deine linke Tasche und gehe die Erbsen durch. Erinnere dich, Erbse für Erbse, an die Anlässe, wie die Erbse die Tasche wechselte. Das ist ein sehr schöner Abschluss des Tages und steigert Gesundheit und Wohlbefinden. Führe diese Übung mindestens ein paar Wochen hintereinander durch. Aber vor allem an den Tagen, an denen du mit dem linken Fuß aufgestanden bist, deine Haare wieder mal Ihre Unabhängigkeit feiern oder nichts nach Plan läuft. Diese Tage sind bestens für diese Übung geeignet. Dankbarkeitsübung beim Zähneputzen Wie macht man Dankbarkeit zu einer neuen Gewohnheit, wenn die Zeit für Tagebücher fehlt oder man keine Erbsen zur Hand hat? Nimm dir beim Zähneputzen morgens und abends eine Minute Zeit, um die folgenden Fragen zu beantworten. „Für welche fünf Dinge bin ich im Moment dankbar?“ „Was ist mir in den letzten Tagen gut gelungen?“ Schon nach wenigen Tagen werden diese positiven Gedanken dir automatisch kommen, wenn du dich im Spiegel mit einer Zahnbürste im Mund siehst. Und jetzt du… Nun bleibt nur noch eins zu tun - die Kraftquelle der Dankbarkeit zum Sprudeln bringen. Dafür ist es wichtig etwas zu tun und vielleicht magst du ja eine der beschriebenen Übungen für eine gewisse Weile ausprobieren…. Die Vorteile für dich nochmal im Überblick Ein stärkeres Immunsystem Weniger Stress und erhöhte Resilienz Ein gesünderes Herz Mehr Motivation für deine Vorhaben und bessere Laune Besserer Schlaf und mehr innere Ausgeglichenheit Stärkeres soziales Netz Und all das beginnt mit einer kleinen Gewohnheit. Viel Erfolg und ein langes gesundes und ausgeglichenes Leben! Quellen und Links: „Dankbarkeit schützt das Herz“ http://www.zentrum-der-gesundheit.de/dankbarkeit-fuehrt-zu-mehr-gesundheit-15000031.html „Studie: Wie Dankbarkeit das Gehirn verändert“ von Lisa Mayerhofer (The Huffington Post) http://www.huffingtonpost.de/2016/01/14/studie-wie-dankbarkeit-das-gehirn-veraendert_n_8960762.html „The Neuroscience of Gratitude“ von Emily Fletcher (The Huffington Post) http://www.huffingtonpost.com/emily-fletcher/the-neuroscience-of-gratitude_b_8631392.html “The Neuroscience of Why Gratitude Makes Us Healthier” von Ocean Robbins (The Huffington Post) http://www.huffingtonpost.com/ocean-robbins/having-gratitude-_b_1073105.html “Neural correlates of gratitude” von Glenn R. Fox, Jonas Kaplan, Hanna Damasio, und Antonio Damasio http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4588123 “Serotonin” https://de.wikipedia.org/wiki/Serotoninstoffwechsel „Mangel und Überschuss an Serotonin“ http://www.gesundheit.de/krankheiten/psyche-und-sucht/depressionen/serotonin “Mit Budda zu innerer Balance“ von Marie Mannschatz, 6. Auflage 2014, Gräfe und Unzer Verlag
18.10.2015 - 22:54:28
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Meditation im Blickpunkt der Forschung
Resilienz, Fitness und Glück durch Meditation Meditation hilft bekanntlich, sich zu entspannen und seine innere Mitte zu finden. Und so nutzen manche Menschen Meditation zur Stressreduktion, andere für Kreativität und noch andere meditieren, weil die anderen auch meditieren.Wir haben uns einige wissenschaftliche Studien und Bücher zum Thema Meditation angesehen und sehr spannende Fakten gefunden. Meditation bewirkt weit mehr als eine kurzfristige Stressreduktion und Kreativitätssteigerung. Durch regelmäßige Meditation verändert sich unser Gehirn (und unseren Körper) nachhaltig positiv. Meditierende Menschen sind resilienter, gesünder und glücklicher und das kann man sogar nachmessen! Meditation bringt innere Ruhe Viele Meditationen werden mit einem tiefen Atemzug, gefolgt von einer Körperentspannung, eingeleitet. Schon ganz zu Beginn wird so direkt das parasympathische Nervensystem aktiviert. Der Parasympathikus wird auch als „Ruhenerv“ oder „Erholungsnerv“ bezeichnet. Er dient der Erholung und dem Aufbau körpereigener Reserven. Der Parasympathikus ist der beruhigende Gegenspieler zum Sympathikus, dem auf Leistung, Angriff oder Flucht ausgerichteten Aspekt unseres Nervensystems. Heutzutage leiden viele Menschen unter einer chronischen Überaktivität ihres sympathischen Nervensystems. Da ist eine Stärkung parasympathischer (entspannender) Aktivität wichtig. Darüber hinaus haben viele Studien haben gezeigt, dass durch Meditation die Aktivität der Amygdala (Mandelkern) reduziert wird. Die Amygdala ist u.a. unser Angstzentrum im Gehirn. Inzwischen ist klar, wer regelmäßig meditiert, kommt seltener in Zustände von Angst, Ohnmacht oder Aggression - stattdessen ruhen diese Menschen mehr in sich und können gelassener auf das reagieren, was das Leben bringt. Meditation stärkt das Immunsystem und vermindert Schmerzen Ebenfalls interessant ist die Auswirkung von Meditation auf die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Cortisol wird bei länger anhaltendem Stress ausgeschüttet und unterdrückt das Immunsystem, schädigt das Herzkreislaufsystem, reduziert unsere Fähigkeit kreativ zu denken und wirkt sogar neurotoxisch, d.h. es schädigt und zerstört Nervenzellen. Meditation und die resultierende innere Ruhe führen zu reduzierter Cortisolausschüttung mit positiven Auswirkungen auf das Immunsystem. In diversen Studien wurden diese Zusammenhänge erforscht. Dabei wurden unter anderem Laborparameter herangezogen, die spezifisch für das Immunsystem sind (z.B. Entzündungsproteine, immunreaktive Zellzahlen, Zellalterung und Antikörperreaktion). So wurde festgestellt, dass bei Meditierenden eine Grippeimpfung viel besser anschlägt und effektiver wirkt. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe hatten sie eine fünf bis 25 Prozent höhere Zahl von Antikörpern im Blut. Dass Meditation und Aufmerksamkeitstraining das Immunsystem stärkt, ist mittlerweile im Medizinbereich allgemein bekannt. Daher wird Meditation längst bei vielen chronischen Krankheiten sowie bei Aids oder Krebs von den Ärzten empfohlen. Meditation wirkt zudem schmerzlindernd. So zeigte sich in einer Studie, dass die Schmerzareale des Gehirns, wie der primäre somatosensorische Cortex, während der Meditation stark heruntergefahren sind und dass sich die Schmerzintensität um durchschnittlich 40 Prozent reduziert. Meditation lehrt Achtsamkeit Wenn man anfängt zu meditieren, lernt man oft als Erstes achtsam zu sein. Es wird auf die Atmung, die Empfindungen im Körper, die Emotionen und die Gedanken geachtet. Man lernt alles, was im Moment da ist, wahr zu nehmen ohne gleich darauf zu reagieren.Gesteuert werden diese emotionalen Lernprozesse vom orbitofrontalen Cortex. Dieser Gehirnteil ist für kurzfristige und langfristige Planung und Steuerung zuständig. Der orbitofrontale Cortex wirkt dem Mandelkern entgegen, indem er Situationen objektiv bewertet und rationale Entscheidungen trifft. Durch Meditation wird die Fähigkeit verstärkt, logisch zu denken und überlegt auf emotionale Situationen zu reagieren. Diese Veränderungen werden nicht nur von den Meditierenden wahrgenommen, sondern sind auf Gehirnscans erkennbar, da sich die Dichte des orbitofrontalen Cortex vergrößert. Um den orbitofrontalen Cortex gezielt zu stärken, kann man am Anfang einer Meditation eine Absicht definieren (z.B. „Ich möchte mich vollkommen entspannen und zur Ruhe kommen“). Meditation hält das Gehirn jung Wenn Menschen älter werden, nimmt die Dichte ihrer Großhirnrinde, insbesondere des präfrontalen Cortex, normalerweise ab. In einer Studie zeigte sich, dass bei Langzeitmeditierenden im Alter zwischen 40 und 50 Jahren die Dicke der Großhirnrinde in den Regionen Insula, BA 9&10, somatosensorischer Cortex und auditiver Cortex der Großhirnrinde eines 20jährigen entspricht.Da sich Meditation positiv auf die Dicke der Großhirnrinde auswirkt, kann damit der Alterungsprozess im Gehirn deutlich verlangsamt werden. So kann man z.B. eine gute Gedächtnisleistung und die Fähigkeit Neues zu lernen bis ins hohe Alter behalten. Meditation macht glücklich Um genau zu sein, macht die Mitgefühlsmeditation glücklich. Genau diese Meditation übt Mathieu Ricard - laut Neurowissenschaftlern der im Moment glücklichste Mensch auf dieser Welt - regelmäßig. Bei ihm ist der linke präfrontale Cortex deutlich aktiver als bei allen anderen untersuchten Personen. Genau dieser Frontallappen der linken Hirnhälfte steht, nach gegenwärtigen Erkenntnissen, in Zusammenhang mit positiven Gefühlen, mehr Enthusiasmus und guter Laune - während ein aktiver rechter präfrontaler Cortex mit negativen Emotionen und Ängsten einhergeht. So haben optimistische Menschen einen aktiveren linken Frontallappen als Pessimisten. Je öfter während einer Meditation positive Gefühle, wie Dankbarkeit, Glück oder Freude erzeugt werden, desto aktiver wird unser linker präfrontaler Cortex. Unser Gehirn verändert sich dadurch nachhaltig. Es gibt mittlerweile viele Studien, an denen Mönche mittels PET-Scanner und Magnetresonanztomographen (MRT) untersucht wurden. Auch wenn die Langzeitmeditierenden während der Untersuchung nicht meditieren, weist der linke präfrontale Cortex höhere Aktivität aus, als bei nicht meditierenden Versuchspersonen. So wird das Glücklichsein zu einem Dauerzustand. Meditation wirkt schnell und nachhaltig Die Effekte von Meditation sind schnell zu spüren, denn schon nach wenigen Meditationssitzungen machen sich innere Ruhe und weniger Stressempfinden deutlich bemerkbar. Beeindruckend ist, dass bereits nach 25 Stunden Meditation die ersten Veränderungen im Gehirn messbar sind. Damit fängt man an, sein Gehirn selbst aktiv umzugestalten und somit nachhaltig von den positiven Auswirkungen zu profitieren. Interessanterweise scheinen sich die Veränderungen nahezu unbegrenzt fortzusetzen, denn selbst bei Studienteilnehmern mit 50.000 Meditationsstunden konnten immer noch positive Gehirnveränderungen gemessen werden. Hier nochmal die Wirkungen der Meditation kurz zusammengefasst: Mehr innere Ruhe und Ausgeglichenheit Weniger Schmerz- und Stressempfinden Ein stärkeres Immunsystem Weniger Angst und Aggressivität Mehr Resilienz und nachhaltige Glücksgefühle Junges, lernfähiges Gehirn bis ins hohe Alter Am einfachsten fängt man mit dem Meditieren an, indem man daraus eine kleine Gewohnheit macht. Such dir eine Zeit und einen Ort aus, an dem du ungestört sein kannst und probiere einfach aus, wie es ist, wenn du eine Woche lang 3-5 Minuten täglich meditierst. Wenn du eine Anleitung für die ersten Male braucht, kannst du z.B. hier eine kurze kostenlose geführte Meditation finden (Vielen Dank an Key-Meditation). Wir wünschen dir viel Erfolg! Quellen: 1 „Heilkraft der Meditation“ http://www.focus.de/gesundheit/news/medizin-heilkraft-der-meditation_aid_195316.html 2 „Die Effekte von Meditation auf Körper und Psyche“ von Christiane Eitle https://www.yogaeasy.de/artikel/Die-Effekte-von-Meditation-auf-K%C3%B6rper-und-Psyche „Mönche in der Magnetröhre“ von Ulrich Kraft http://www.sueddeutsche.de/wissen/neuro-experiment-moenche-in-der-magnetroehre-1.912829 „Parasympathikus“ https://de.wikipedia.org/wiki/Parasympathikus „Wirkung von Meditation“ http://www.meditation-school.com/wirkung-von-meditation/ „Meditation stärkt das Immunsystem“ http://zsmed.de/meditation-staerkt-das-immunsystem/ „Weniger Schmerz mit Meditation“ http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/1023956/ “Meditation experience is associated with increased cortical thickness” from Sara W. Lazar, Catherine E. Kerr, Rachel H. Wasserman, Jeremy R. Gray, Douglas N. Greve, Michael T. Treadway, Metta McGarvey, Brian T. Quinn, Jeffery A. Dusek, Herbert Benson, Scott L. Rauch, Christopher I. Moore, and Bruce Fischl http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1361002/figure/F1/ „Meditationen, um das Gehirn zu verändern (Wie wir unsere Nervenbahnen neu verdrahten)“ von Rick Hanson und Richard Mendius (Audiobook, 30. September 2010 - von Erich Räuker und Andreas Gröber)
18.10.2015 - 22:54:28
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Meditation im Blickpunkt der Forschung - Teil 2
Wie man durch Meditation Resilienz aufbaut Im letzten Artikel haben wir über die kurzfristigen und langfristigen Effekte von Meditation berichtet. Zu diesen Effekten zählen z.B. mehr innere Ruhe und Ausgeglichenheit, weniger Stressempfinden, ein stärkeres Immunsystem und ein lernfähiges Gehirn bis ins hohe Alter. Dieses Mal geht es darum, wie man Resilienz mit Hilfe von Meditation steigern kann. Höhere Resilienz gibt uns die Möglichkeit, unbeschwerter durch das Leben zu gehen. Dadurch sind wir in der Lage in kleinen und großen Krisensituation einen kühlen Kopf und eine positive Einstellung zu behalten, aus unseren Fehlern zu lernen und vor allem immer wieder neue Lösungen für herausfordernde Lebenssituationen zu finden. Resilienz ist die Fähigkeit ressourcevoll und flexibel auf Krisen und Herausforderungen des Lebens zu reagieren. Um diese Flexibilität gewährleisten zu können, benötigen wir vor allem zwei gut funktionierende Gehirnteile: den Hippocampus und den anterioren cingulären Cortex (ACC). Meditation hilft aus Erfahrungen zu lernen Der Hippocampus ist ein Teil des limbischen Systems, liegt aber im Temporallappen des Kortex. Der Hippocampus überführt Gedächtnisinhalte aus dem Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis. Er ist aber nicht nur für die Generierung der von Erinnerungen zuständig. Dank ihm können wir unsere Erinnerungen auch wieder abrufen. Der Hippocampus gibt uns die Fähigkeit, kluge und bewusste Entscheidungen zu fällen, indem er auf bestimmte Erinnerungen an das zurückgreift, was zuvor funktioniert hat. Das hilft uns dabei, eine Situation jetzt resilient zu bewältigen (1). Der Hippocampus hat aber noch weitere Funktionen. So ist er ein wichtiger Teil bei der Regulation der Coartisolausschüttung. Cortisol ist ein wichtiges Stresshormon. Im Hippocampus befinden sich Nervenzellen, die den Cortisolgehalt im Blut messen. Diese Zellen können allerdings durch langanhaltenden hohen Cortisolgehalt geschädigt werden und absterben. Bei chronischem Stress oder Traumaerleben wird das Gehirn mit dem Stresshormon Cortisol überflutet. Zu viel Cortisol wirkt wie gesagt neurotoxisch auf die Gehirnzellen im Hippocampus. Verliert ein Mensch zu viele Zellen im Hippocampus, werden ihm Erfahrungen weniger zugänglich und er kann aus seinen Erfahrungen schwieriger lernen. Dieser Schaden beeinträchtigt die Fähigkeit, von einem Trauma zu genesen oder zu lernen mit stressigen Situationen umzugehen. Es fehlt an einer funktionalen Struktur, um die gesammelten Erfahrungen zu organisieren und damit zugänglich zu machen. Die gute Nachricht ist, dass der Hippocampus zu den Gehirnarealen mit hoher Neurogenese zählt, also vermehrt neue Zellen produziert. Im Laufe unseres Lebens wird ohnehin etwa ein Drittel der Nervenzellen im Hippocampus ausgetauscht. Das bedeutet, dass täglich etwa 700 neue Nervenzellen in dieser Gehirnregion gebildet werden. Wenn man diese Nervenzellen anspricht und vor schädigendem Einfluss von Cortisol schützt, dann bleiben sie erhalten und sterben nicht wieder ab. Genau an dieser Stelle kommt Meditation ins Spiel. Diverse Studien zeigen, dass durch regelmäßige Meditation die Dichte der Nervenzellen im Hippocampus zunimmt. Dieser Effekt konnte bereits nach 5 Wochen bei Probanden festgestellt werden, die täglich 45 Minuten meditiert haben. Meditation stärkt die Problemlösungsfähigkeit Auch auf den ACC wirkt sich Meditation positiv aus. Dieser Gehirnteil gehört zu dem so genannten höheren Gehirn, arbeitet aber mit dem limbischen System eng zusammen. Der ACC ist unter anderem für unsere Selbstregulation zuständig. Darunter wird die Fähigkeit verstanden, die Aufmerksamkeit und das Verhalten sinnvoll zu steuern. Der ACC verbindet unsere Gedanken- und Gefühlswelt und sorgt so dafür, dass wir unangemessene Reflexreaktionen erkennen und uns bewusst für eine Vorgehensweise entscheiden. Außerdem sitzt in dieser Gehirnregion die Fähigkeit aus gesammelten Erfahrungen zu lernen. Damit sind wir in der Lage zu erkennen, welche Strategien in der Vergangenheit gut oder schlecht funktioniert haben. Und wir können neue Lösungen für bekannte oder neue Probleme erarbeiten. Menschen mit geschädigtem ACC neigen zu Impulsivität und ungehemmter Aggression. Diese Menschen halten an ineffektiven Problemlösungsstrategien fest, statt ihr Verhalten flexibel an die Erfordernisse der Situation anzupassen (2). Auf dem Gehirnscan ist die ACC Aktivität zu sehen.Bildquelle: Harvardbusinessmanager Bei Personen, die regelmäßig meditieren, ist eine höhere Aktivität in diesem Gehirnareal erkennbar. So verfügen sie über höhere geistige Flexibilität und können sich viel besser auf die Überraschungen des Lebens einstellen. Dazu gehört unter anderem die großartige Fähigkeit, in Risiken Chancen zu erkennen. Somit ist man in der Lage eine potenziell negative Überraschung als positiv betrachten zu können. Für eine starke Resilienz ist es notwendig, dass unser ACC und unser Hippocampus gut funktionieren und zusammenarbeiten. Mit unserem ACC können wir bewusst wahrnehmen, denken und entscheiden. Dabei stützt sich dieser Gehirnteil auf entsprechende Erlebnisse aus unserem Erfahrungsschatz, um sich daran zu erinnern, wie ein bestimmtes Problem schon mal erfolgreich gelöst wurde. Das wiederum ermöglicht unser Hippocampus, in dem er den ACC auf unser explizites Gedächtnis zugreifen lässt. Meditation baut ein positives Lebensgefühl auf Das explizite Gedächtnis besteht aus bewusst zugänglichem Faktenwissen und Erinnerungen an Ereignisse in unserem Leben - zum Beispiel an den letzten Geburtstag. Wir erinnern uns – mehr oder weniger genau – an die Situation und wer dabei war. Das implizite Gedächtnis spielt bei unserer Erinnerung aber eine viel größere Rolle. Es umfasst Gefühle, Beziehungsmodelle, Handlungsmuster und unsere Sicht auf die Welt. Implizite Erinnerung ist anders als sich Erinnern an Ereignisse. Diese Art der Erinnerung ist vollständig unbewusst oder vorbewusst. Sie erscheint körperlich – was manche Menschen dazu veranlasst von einem Bauchhirn und ähnlichem zu sprechen (3). Wurde jemand als Kind von einem Hund gebissen, kann es sein, dass die Erfahrung nicht ins explizite Gedächtnis überführt wurde. Dennoch bleibt da noch das entsprechende Gefühl der Angst. Dieses Gefühl ist im impliziten Gedächtnis abgelegt und ist jederzeit abrufbar. Und so hat dieser Mensch jedes Mal Angst, wenn er einem Hund begegnet, möglicherweise ohne zu wissen warum. Denn die explizite Erinnerung über den Vorfall mit dem Hund wurde damals nicht in explizite Gedächtnis übernommen. Außerdem sind zahlreiche Automatismen im impliziten Gedächtnis gespeichert, z.B. wie man Fahrrad fährt, eine Tür öffnet und viele mehr. Das macht man eben „aus dem Bauch heraus“. Der allergrößte Anteil der Erinnerungen ist implizit, obwohl die explizite Erinnerung die meiste (bewusste) Aufmerksamkeit erhält. Die innere Atmosphäre unseres Geistes hängt zum Großteil davon ab, was in unserem impliziten Gedächtnis gespeichert ist (4). Ist unser implizites Gedächtnis gefüllt mit positiven Erinnerungen ist auch unser grundsätzliches Lebensgefühl positiv. So wie wir einem Hund begegnen und Angst haben können, können wir über den Tag verteilt auch andere kleine Erlebnisse haben, die unbewußt positive Gefühle in uns hervorrufen. Ein paar davon werden explizite Erinnerungen wach rufen. Doch die Mehrheit stützt sich auf positiven Erfahrungen aus unserem impliziten Gedächtnis. Meditation eignet sich gut, um das implizite Gedächtnis mit guten Erfahrungen anzureichern. Das passiert z.B. während einer Mitgefühlsmeditation. Auch die Meditationsübung „das Gute in sich aufnehmen“ eignet sich sehr gut dafür. Hierdurch wird implizit eine neue Gewohnheit gebildet. Meditationsübung „das Gute in sich aufnehmen“ Schritt 1: Im Rahmen einer Meditation rufe dir etwas in den Sinn, das dir ein gutes Gefühl vermittelt. Es kann eine Erinnerung oder Vorstellung sein. Eine Vorfreude auf den Urlaub, das Kinderlachen, ein Dankbarkeitsgefühl, weil es einen besonderen Menschen in Ihrem Leben gibt oder weil heute gutes Wetter ist. Schritt 2: Erkunde dieses Gefühl. Schaue dir die Bilder an, die in dir aufsteigen. Vielleicht hörst du etwas. Dann höre genauer hin. Genieße die Erfahrung. Lasse sie andauern, indem du 5, 10 oder sogar 20 Sekunden bei ihr verweilst. Fokussiere dich auf deine Emotionen und Körperempfindungen. Es ist wichtig, es bewusst wahrzunehmen, wie sich diese positive Erfahrung körperlich anfühlt. Dadurch funktioniert die Überführung der Erfahrung ins implizite Gedächtnis besser. Schritt 3: Stelle dir vor, wie dein Körper und dein Geist diese Erfahrung aufnehmen. Vielleicht gibt es einen bestimmten Teil des Körpers, in dem das Gute einsickert. Vielleicht ist es ein Juwel, das du in eine imaginäre Schatztruhe legst. Nehme wahr, wie es sich anfühlt, das Gute in sich aufzunehmen. Je öfter du diese Übung machst umso mehr wird sie in deinem Leben deine Sichtweise positiv verändern und deine Resilienz stärken. Jede Meditationsübung wirkt Im Laufe eines Tages sammelt jeder Mensch zahlreiche implizite Erinnerungen. Dabei bekommen wir nicht mit, was unser Unterbewusstsein auf welche Weise abspeichert und was nicht. Nur auf ein paar dieser Erinnerungen können wir im Rahmen einer Meditation unsere Aufmerksamkeit richten und diese mit einer kleinen Übung gezielt für unser Unterbewusstsein durch unsere Verweildauer und Beschäftigung mit ihr als bedeutsam markieren. Indem wir unser explizites und implizites Gedächtnis gezielt mit positiven Erfahrungen füllen, verändern wir bewusst den Bestand an Erinnerungen, die von unserem Gehirn verwendet werden, um unser Leben zu gestalten. So sind wir in der Lage eine positive Grundstimmung und eine hohe Resilienz aufzubauen, indem wir uns auf die positiven Aspekte des Lebens konzentrieren, um daraus Kraft für schwierige Situationen zu schöpfen. Außerdem unterstützen wir mit jeder Art von Meditation (z.B. Atemmeditation) die Weiterentwicklung bzw. Genesung der Gehirnareale, die es uns möglich machen aus eigenen Erfahrungen zu lernen und ressourcevolle Strategien zu entwickeln. Wir haben immer die Wahl: wir können unser Leben und unsere Bewältigungsstrategien dem Zufall überlassen oder gezielt Einfluss auf unser Leben nehmen und die Areale stärken, die uns glücklicher und resilienter werden lassen. Für welche Meditationsübung du dich auch entscheidest, ganz wichtig ist: Bleib dran, denn Kontinuität bewirkt die stärkste Veränderung! Wir wünschen dir viel Erfolg Dein Team vom NLP-Zentrum Berlin Quellen: 1, 2 „Der achtsame Weg zu Resilienz und Wohlbefinden“ von Linda Graham, 1. Auflage 2014 3, 4 „Das Gehirn eines Buddha“ von Rick Hanson und Richard Mendius,6. Auflage 2015 „Workout für das Gehirn“ von Christina Congleton, Britta K. Hölzel und Sara W. Lazarhttp://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/wie-achtsamkeit-und-meditation-ihr-gehirn-veraendern-kann-a-1016687.html „Explizites und implizites Gedächtnis“http://www.neuronation.de/gedaechtnistraining/explizites-und-implizites-gedaechtnis “Harvard neuroscientist: Meditation not only reduces stress, here’s how it changes your brain” by Brigid Schultehttps://www.washingtonpost.com/news/inspired-life/wp/2015/05/26/harvard-neuroscientist-meditation-not-only-reduces-stress-it-literally-changes-your-brain/ “Mindfulness practice leads to increases in regional brain gray matter density” by Britta K. Hölzel, James Carmody, Mark Vangel, Christina Congleton, Sita M. Yerramsetti, Tim Gard, and Sara W. Lazarahttp://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3004979/ “Greater efficiency in attentional processing related to mindfulness meditation” by van den Hurk PA, Giommi F, Gielen SC, Speckens AE, Barendregt HPhttp://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20509209 „Der Mensch bildet sein Leben lang neue Hirnzellen“http://www.welt.de/wissenschaft/article116890416/Der-Mensch-bildet-sein-Leben-lang-neue-Hirnzellen.html "Is meditation associated with altered brain structure?A systematic review and meta-analysis of morphometric neuro imaging in meditation practitioners" http://www.christofflab.ca/pdfs/Fox2014-MeditationMorphometry.pdf    
18.10.2015 - 22:54:28
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Der Priming Effekt - Teil II
Weitere Studien über assoziative Anbahnung Auch in diesem Artikel beschäftigen wir uns mit Untersuchungen aus der Primingforschung. Priming, also die durch einen Reiz hervorgerufene assoziative Vorbereitung oder Anbahnung, wird manchmal auch als Seeding oder Framing bezeichnet.Obwohl es für das Priming nicht nötig ist, arbeiten viele Experimente mit unbewussten Primes. Entweder erfolgt das Priming subliminal, also unterschwellig (siehe Apple sticht IBM) oder es ist der geprimten Person der Zusammenhang zwischen Prime und der Folgeaufgabe unbekannt (Donald- oder Florida-Experiment). Und gerade hier zeigt sich, wie sehr unser Verhalten und unsere Urteile in ein unbewusstes Assoziations-Netzwerk eingebunden sind.Schauen wir uns das nun weiter an. Heute geht es um den Pygmalion Effekt, um Wartezeiten, Spendenbereitschaft, Verhandlungsbereitschaft, Sympathie und Reihenfolgen.  Erwartungen werden Wirklichkeit - der Pygmalion Effekt Der Pygmalion Effekt beschreibt ein Phänomen, das in den Bereich der selbsterfüllenden Prophezeihungen fällt. Der Name geht auf die griechische Mythologie zurück, in der der Künstler Pygmalion von Zypern, eine Elfenbeinstatue schuf, die wie eine lebendige Frau aussah. Von lebenden Frauen enttäuscht, verliebte er sich schließlich in sein Werk. Pygmalion flehte Venus an, dass seine künftige Frau so sein möge, wie diese von ihm erschaffene Statue. Venus erhört ihn, seine Statue wird lebendig und sie leben glücklich bis an ihr Ende… Der Pygmalion Effekt beschreibt, wie unsere (unbewusste) Erwartung an einen anderen Menschen, unser Verhalten und seine Leistung beeinflusst. Pygmalion mit Schülern In diesem Experiment aus den späten 60er Jahren wurde Lehrern vermittelt, dass das Leistungspotential ihrer Schüler im Rahmen einer Forschung ermittelt wird. Es sollten die 20% der Schüler bestimmt werden, von denen besonders hohe Leistungen aufgrund eines bevorstehenden Entwicklungsschubs zu erwarten waren. Diese Liste wurde den Lehrern mitgeteilt - allerdings, und das wussten die Lehrer nicht, wurden die vermeintlich besonders Leistungsfähigen nach einem zufallsgesteuerten Verfahren ausgewählt. Nachdem der IQ aller Schüler zu Beginn, nach 8 Monaten und nach einem Jahr gemessen wurde, stellte sich heraus, das genau die 20% der Schüler, die aufgrund der Losentscheidung zu der Gruppe der besonders Begabten zählten, ihren IQ deutlich mehr steigern konnten, als der Rest der Gruppe. 45% der als hochbegabt ausgewählten Kinder konnten ihren IQ um 20 oder mehr Punkte steigern, und 20% konnten ihn um 30 oder mehr Punkte steigern. Die stärksten IQ-Steigerungen traten übrigens bei den Kindern auf, die ein besonders attraktives Äußeres hatten. Auffällig war weiterhin, dass der Charakter der „Hochbegabten“ von den Lehrern positiver beurteilt wurde. Offenkundig führte die Erwartung der Lehrer an diese auserwählte Gruppe von Schülern dazu, dass sie diesen Schülern mehr oder andere Aufmerksamkeit gaben und sie insgesamt positiver einschätzten. Rosenthal, Jacobson: Pygmalion im Unterricht. Beltz, Weinheim 1971 Pygmalion mit Ratten Dass der Pygmalion-Effekt sogar mit Ratten funktioniert, konnte in einem weiteren Versuch gezeigt werden. Studenten wurden beauftragt Ratten beizubringen, durch ein Labyrinth den schnellsten Weg zur Futterstelle zu lernen. Einer Gruppe von Studenten wurde gesagt, dass sie mit einer speziellen Gruppe von sehr intelligenten Ratten arbeiten würden. Eine andere Gruppe von Studenten erhielt die Information, dass sie mit einer Gruppe von besonders dummen Ratten arbeiten sollten. Die Ratten in beiden Experimenten wurden in Wirklichkeit zufällig ausgewählt. Auch in diesem Experiment stellte sich heraus, dass die Erwartung der Studenten das Lernverhalten der Ratten deutlich beeinflusste. Eine Befragung der Studenten nach Abschluss des Experiments brachte zutage, dass die vermeintlich intelligenteren Ratten während des Versuchs mehr Zuwendung bekamen. Außerdem sagten die Studenten mit den „intelligenten Ratten“, dass es Spaß gemacht habe mit diesen Tieren zu arbeiten, was die andere Gruppe nicht sagte. Legewie, Heiner & Ehlers, Wolfram. Knaurs moderne Psychologie. München 1992 Wie lange wartest du, wenn du vorher mit Worten der Höflichkeit geprimt wurdest? In einer bereits im letzten Artikel genannten Studie von John A. Bargh, Mark Chen und Lara Burrows ging es um das semantische Priming von Warteverhalten. Nachdem 34 Testpersonen im Rahmen eines Sprachfähigkeitstests aus Wortsalat sinnvolle Sätze bilden sollten, wurden sie gebeten in einem anderen Raum den Versuchsleiter aufzusuchen, um dort eine Abschlussaufgabe zu erhalten. Es gab drei Gruppen von zufällig zusammengestellten Testpersonen. Die einen bekamen eher aggressive Worte, die nächsten eher Worte, die mit Höflichkeit in Verbindung stehen und die dritten eher neutrale Worte in ihrem Wortsalat gereicht. Der eigentliche Versuch bestand nun darin, herauszufinden, nach welcher Zeit Versuchspersonen nach Abschluss des ersten Tests, den in ein Gespräch vertieften Versuchsleiter unterbrachen, um ihn nach der Abschlussaufgabe zu fragen. Innerhalb von 10 Minuten unterbrachen 18% der höflich geprimten, 38% der neutralen und 64% der aggressiv geprimten Personen das Gespräch des Versuchsleiters mit der anderen Person. Bargh, J. A., Chen, M. & Burrows: Automaticity of social behavior. Direct effect of trait construct and sterotype activation on action. Journal of Personality and Social Psychology. 1996 Fährst du anders Auto: 1) nach einem Actionfilm oder 2) nach einem langsamen romantischen Liebesfilm? Bilder von sexy Frauen machen Männer weniger spendenbereit „Sex sells“, lautet eine altbekannte Redewendung aus der Werbeindustrie, die besagt, dass sich einige Dinge besser verkaufen lassen, wenn sie zusammen mit sexuellen Inhalten, wie z.B. Frauen in Bikinis, präsentiert werden. Dass dies nicht immer zutrifft, zeigt eine im Journal of Consumer Research veröffentlichte Priming-Studie. In einer Reihe von Untersuchungen mit Männern zwischen 18 und 24 Jahren wurden den Versuchspersonen Bilder von sexuell anziehenden Frauen gezeigt, während eine Kontrollgruppe Bilder von schönen Landschaften betrachtete. Eine weitere Kontrollgruppe bekam überhaupt keine Bilder zu Gesicht. Als Ergebnis zeigte sich, dass sich die durch die sexuell anziehenden Bilder geprimten Personen im Anschluss als von anderen Menschen getrennter wahrnahmen und weniger Gemeinsamkeiten mit anderen empfanden, als die anderen Probanden. Als direkte Folge zeigten sie auch ein geringeres Interesse an Produkten, deren Erlös anderen Menschen zugute kommen sollte und waren darüber hinaus nicht so spendenbereit, wie die Vergleichsgruppe. So zeigten sich diese Männer weniger dazu geneigt, einem anderen Studenten 10 $ zu geben (unabhängig davon, ob es sich hierbei um eine männliche oder um eine weibliche Person handelte). Die sexuell geprimten Personen waren auch weniger bereit, ein T-Shirt zu kaufen und zu tragen, bei dem es um den Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Art ging. Spendenorganisationen sind also gut beraten, bei ihren Aktionen auf andere Rezepte als das Sex-sells-Konzept zurückzugreifen. Xiuping Li, Meng Zhang. The Effects of Heightened Physiological Needs on Perception of Psychological Connectedness, Journal of Consumer Research. Dezember 2014 - Quelle Verändert die Härte eines Stuhls unsere Kompromissbereitschaft in Verhandlungen? Wenn uns bei unserem nächsten Autokauf ein weicher Sessel angeboten wird, könnten wir misstrauisch werden. Möglicherweise möchte der Verkäufer tatsächlich nur, dass wir es bequem haben. Vielleicht kennt er aber auch die Ergebnisse der folgenden Studie. In fiktiven Verhandlungen um den Preis eines Autos nahm ein Teil der Probanden auf harten Holzstühlen Platz, während der anderen Gruppe ein weicher Sessel angeboten wurde. Die Probanden, die auf einer harten Unterlage saßen, zeigten sich auch in den Verhandlungen härter und waren deutlich weniger gewillt, von ihrem ersten Angebot abzuweichen. Die Personen, die in einem weichen Sessel saßen, kamen dem Verkäufer in ihrem Angebot deutlich mehr entgegen. Sie waren deutlich häufiger bereit, ein zweites Angebot abzugeben und erhöhten ihr Angebot im Schnitt um fast 40% mehr als die Personen auf den harten Holzstühlen. Angesichts dieser Zahlen dürfte sich aus Sicht eines Autoverkäufers die Investition in einen bequemen Luxussessel bereits nach kürzester Zeit amortisiert haben. - Quelle Kann die Temperatur eines Getränkes unsere Sympathie für eine unbekannte Person beeinflussen? Eine weitere Studie, die in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, bejaht diese Frage. Die Versuchspersonen wurden auf dem Weg zum Versuchslabor beiläufig gebeten, kurz einen Getränkebecher zu halten. Eine Gruppe sollte einen Becher mit heißem Kaffee, eine andere Gruppe einen Becher mit einem Kaltgetränk halten. Im Anschluss daran wurden beide Gruppen aufgefordert, die Persönlichkeit einer anderen Person anhand einer schriftlichen Beschreibung einzuschätzen. Die Versuchspersonen, die zuvor ein warmes Getränk in den Händen gehalten hatten, tendierten eher dazu, diese Person als fürsorglich oder großzügig einzuschätzen. In einem weiteren Versuch agierten die Probanden, die einen warmen Gegenstand gehalten hatten, großzügiger als die Vergleichspersonen. In dem folgenden Video (anscheinend kein Doppelblindversuch) wird dies in einem ähnlichen Ablauf ebenfalls untersucht (Experiment beginnt nach der ersten Minute). Die Reihenfolge beeinflusst das Ergebnis Selbst die Reihenfolge von Fragen beeinflusst die Antworten. Vorher gestellte Fragen können ein Priming für folgende Fragen sein und so die Ergebnisse der Befragung beeinflussen. In einer Studie hierzu wurde einer Gruppe von Versuchspersonen ein Fragebogen vorgelegt, der u.a. folgende Fragen beinhaltete: „Wie glücklich sind Sie zur Zeit?“ „Wie viele Verabredungen hatten Sie im vergangenen Monat?“ Wurden diese beiden Fragen in genau dieser Reihenfolge gestellt, zeigte sich kein Zusammenhang. Wurden die beiden Fragen jedoch vertauscht, zeigte sich, dass die erste Frage das Ergebnis der zweiten Frage maßgeblich beeinflusste. Die Befragten bewerteten ihr Glück im zweiten Fall beeinflusst durch die Antwort, die sie auf die Frage nach der Anzahl an Verabredungen im Vormonat gegeben hatten. Fritz Strack, Leonard L. Martin, Norbert Schwarz: Priming and Communication: The Social Determinants of Information Use in Judgments of Life Satisfaction. In: European Journal of Social Psychology. Band 5, Nr. 18, 1988, S. 429–442. Das Portal für Online-Umfragen SurveyMonkey hat den Priming-Effekt in Zusammenhang mit Fragebögen ebenfalls erkannt. Aus diesem Grund gibt die Firma auf ihrem Blog konkrete Handlungsanleitungen, um durch Priming verursachte Verfälschung von Ergebnissen zu vermeiden. Eine einfache Lösung ist die randomisierte Anordnung der Fragen, was durch die Software der Plattform ermöglicht wird. Da die Teilnehmer einer Untersuchung in diesem Fall ihre Fragen in unterschiedlicher Reihenfolge erhalten, wird so der Priming-Effekt zumindest reduziert. - Quelle Die Ergebnisse der Priming-Forschung sind immer wieder überraschend. Aus einigen dieser Beispiele ergeben sich Anregungen, worauf es sich lohnt in bestimmten Situationen, wie beispielsweise in Verhandlungen oder Umfragen zu achten, um die Ergebnisse nutzbar zu machen.Im nächsten Artikel werden wir uns noch eingehender mit weiteren Anwendungsmöglichkeiten für unterschiedliche Bereichen wie Persönlichkeitsentwicklung, Beratung und Kommunikation auseinandersetzen.
19.01.2015 - 18:39:57
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