logo
MyLinkState
 
RSS-Feed
/template/media/country/de.gif Stricture - Kontroverses im Netz RSS
In unserem Blog kritisieren bzw. beleuchten wir mit einem Quäntchen Ironie und Humor regelmäßig die perfiden Auswüchse und entgleisten Menschlichkeiten unserer Gesellschaft. Viel Spaß damit!
humor   philosophie   kontrovers   dualität   gesellschaftskritik   ironie
Hinzugefügt am 18.09.2011 - 15:09:32 von slasher
Kategorie: Literatur Blogs RSS-Feed exportieren
http://stricture.blogspot.com/
 
 
RSS-Feed - Einträge
 
Der Überall-Online-Mensch oder auch Internet-Mobilicus-Anthropos
Guten Tag, darf ich Ihnen vorstellen „Internet mobilicus anthropos“, abgekürzt werde ich die Spezies nur noch Mobilicus nennen. Wie kann man sich diese neue Art des Menschen vorstellen? Naja, ich probiere es mal in alter BILD-Zeitungs-Manier: „Internetgeilos sind jetzt überall Online“.Die erste Begegnung mit dem Mobilicus war eine sehr überraschende und zugleich wichtige. Ich entdeckte ihn in einem Gewirr von Menschen in der Innenstadt. Er stand vor einem dieser Kleider-Diskotheken. Laute Musik, eine spektakuläre Lasershow und mitten drin Klamotten bis zum Erbrechen. Ein ungeordneter Verkehrsstrom von Menschen quoll aus dem besagten Laden hinaus. Und da stand er. Direkt neben dem Eingang. Der „Internet mobilicus anthropos“. Ich betrachte ihn erstmals vorsichtig und bemerke einige ins Auge springende Aspekte. Kleidung die der aktuellen Modekollektion a‘la H&M und C&A entspringt, Sonnenbrille als Gesichtsbedeckung und einen ewigen lässigen und geistesleeren Blick. Als wichtigstes Werkzeug zur alltäglichen Futtersuche, wie zum Beispiel zum nächsten „McSchick „oder „Starbugs“, nutzt der Mobilicus eine von fleißigen Asiaten produzierte Technik: das Smartphone. Wie der Name eigentlich schon sagt „kluges Telefon", da stellt man sich als Wissenschaftler doch die Frage, ob das nicht auch einen smarten Menschen voraussetzt, der mit einer gewissen Intelligenz und Medienkompetenz sich der Sachen annimmt? Die weiteren Beobachtungen werden diese Frage eindeutig und klar verneinen.Bei der weiteren Betrachtung und einem langsamen anpirschen kann man die Benutzung des Werkzeuges eingehend erforschen. Für die Futtersuche und für die sozialen Kontakte benutzt er sogenannte soziale Netzwerke und spezielle Mobile-Internet-Messenger. Er bleibt somit immer in Kontakt mit seinen Artgenossen und kann folglich neue Futterstellenfunde, Modetrends oder (um)weltbewegende Lebensdetails untereinander kommunizieren.Langsam entfernt er sich aus der sichern Zone der Modewelt und stolziert umsichtig den Boulevard der Konsumwelt hinauf. So wie es aussieht zielt sein nun immer zügig und bald rennende Fortbewegung auf ein funkelndes Etwas zu, dieses Etwas deute ich als ein gelb erstrahlte Symbol, ich vermute es stellt eine Möwe dar. Kurz vor dem funkelnden Etwas stoppt der Mobilicus approbt und zieht sein Werkzeug aus seiner leicht lädierten Jeans-Hose heraus. Es ist eine atemberaubende und faszinierende Beobachtung, wie der Mobilicus sein Werkzeug zieht. Es ist eine präzise und blitzschnelle Bewegung, wie der Revolverzug eines Cowboy-Helden. Fantastisch! Nach einigen Minuten geistesstillen und starren Live-Checks in seinem Smartphone gleiten seine evolutionär perfekt angepassten Touch-Finger auf dem Display umher. Das Display ist leicht fettig und verschmiert. Ich habe nach langem Studium vor zwei Jahren, mit meinem getreuen Kollegen Johnny²², die Theorie verfasst, dass die leichte Fettschicht auf dem Display zur einem Schnellern und Besseren gleiten führen müsste und somit die lebenswichtige Kommunikation für die Spezies effektiver gestaltet.Nun steht er vor dem besagten Etwas, das gelberstrahlte Symbol schmückt ein Gebäude. Drinnen trillern Flat-Screens die neusten musikalischen Errungenschaften der Menschheit, es sitzen hunderte Artgenossen in diesem Gebäude. Genauso schick und modisch gekleidet wie unser Mobilicus. Sie nehmen ihre Nahrung mit den Händen zu sich, ich vergleiche diese Nahrungsaufnahme mit dieser aus unserem frühen Mittelalter. Sie wird in einem Pappschachtel ähnlichem Material serviert.Die Mimik unseres Mobilicus lässt ein vorsichtiges Lächeln zu. Es ist vermutlich ein Art Gruppenversammlung oder sogar ein  Lager. Ich deklariere es als ein Kommunikations- Ort der Extra-Klasse. Seine Artgenossen sitzen vor obstbeleuchteten Notebooks und unterhalten sich angeregt, ich denke es werden wichtige Themen und Sachverhalte diskutiert. Ich kann leider ihren Disputen nicht  exakt folgen, ihre Sprache ist noch zu konfus. Ich kann nur Bruchstücke wahrnehmen, wie z.B. "Fußball", "Lady Gaga ist mein Idol" oder "....gestern stundenlang nach...Kleid......." oder ähnliches. Die sprachlichen Besonderheiten sind leider noch nicht ganz konkret erforscht, es sind aber schon erste Erfolge zu verbuchen.Ich entferne mich langsam von dem Gebäude, ich will nicht auffallen und die Aufmerksamkeit auf mich ziehen, es würde die Herde, ohh Verzeihung, ich meine die Gruppe, nur unnötig verunsichern.Freuen Sie sich auf neue spannende Themen rund um die Vielfalt der menschlichen Auswüchse oder besser der entgleisten Menschlichkeiten.Für Sie berichtete Dr. anthro. Slasher
16.09.2011 - 18:56:00
http://stricture.blogspot.com/2011/09/der-uberall-online-mensch-oder-auch.html
 
Ein Gedicht vom Herrn Nietzsche
Ein Gedicht was wie jedes von Nietzsches Gedichten oder Aphorismen oder Texten von Klarheit und  Weisheit nur so strotz! Gegen die Gesetze."Von heut an hängt an härner SchnurUm meinen Hals die Stunden-Uhr:Von heut an hört der Sternen Lauf,Sonn', Hahnenschrei und Schatten auf,Und was mir je die Zeit verkünd't,Das ist jetzt stumm und taub und blind: -Es schweigt mir jegliche NaturBeim Tiktak von Gesetz und Uhr."Friedrich Nietzsche - Fröhliche Wissenschaft , Verlag Reclam Auflage 2000
07.09.2011 - 20:06:00
http://stricture.blogspot.com/2011/09/ein-gedicht-von-herrn-nietzsche.html
 
Das noch zum Thema Facekack und StudiKZ
Schonmal als Vorwarnung, mir hängt der ganze StudiKZ und Facefuck-Scheiß auch schon längst aus dem Hals heraus. Auch diese Pseudo-Kritiken in den Buchhandlungen, die suggestieren, wie wir die Gefahr der Kollektivierung und der trivialen Ausdünstungen unseren "Mitmenschen" im Internet in den Griff bekommen sollen. Naja aber wie hat Herr Albert Schweitzer es so trefflich formuliert <<Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.>>. Die Natur ist das anarchistische und ewig expandierende Internet…. ja und der Mensch ? Er beherrscht sich noch nicht mal in der wirklichen Natur (Welt),  wie soll er sich dann in seiner "Brave New World" beherrschen .... ?Man blickt ja schon bei seinen täglichen Spaziergängen in so viele leere und nichtssagende Köpfe, die auf einen "schick" und modisch individuellen gekleideten Körper, sich tänzelnden durch die Straßen bewegen. Da denke ich mir der tägliche Gruß des Murmeltieres zerfrisst ihm nicht nur metaphorisch das Gehirn sondern par excellence in der Realität. Ja und als wäre das schon  nicht genug müssen so welche Leute noch ihr schon so nichtsagendes Leben in alltäglichen "Aphorismen“ für ihre Mitmenschen kleiden oder sinnlose Kommentare verfassen wie "PartyParty" oder "Der Regen prasselt auf mein Fenster, i like." oder "Beziehungsstatus : sonne, wind, balkonia & alster ♥" ... Fortsetung folgt!Eigentlich wollte ich euch nur das Video beherzigen naja ... viel Spaß damit!
05.09.2011 - 13:04:00
http://stricture.blogspot.com/2011/09/serdar-somuncu-uber-facebook_05.html
 
Studi-KZ und Face(book)fuck
Die Titelwahl mag im ersten Moment etwas schockieren. Was, KZ und Fuck, fragt man sich irritiert. Und doch, bei genauerer Überlegung kristallisieren sich eindeutige Parallelen heraus. Das als KZ titulierte „Social Network“ Studi-VZ beispielsweise. In den Konzentrationslagern der Nazi's mussten die länger Inhaftierten sich fotografieren lassen. Die so entstandenen Bilder könnte man gleichsetzen mit den selbst-veröffentlichten „Profilbildern“, nur das die Menschen in Auschwitz sicherlich das schlechtgelaunte Äquivalent der meist grinsenden oder ganz cool schauenden Menschen sind die sich dort im VZ präsentieren wollen. Schon beim betreten des VZ's erscheint einem die penetrant anmutende Frage: „Bist du schon drin?“, die gleichzusetzen wäre mit dem zynischen Spruch Rudolph Höß: „Arbeit macht Frei.“ oder umgedeutet „Bist du schon tot? Schon frei vom Leben?“ Ja, bist du schon drin in diesem selbstgewählten Netzwerk? Bist du schon frei von deiner Individualität? Hast du dich schon eingereiht in Kolonne der Menschen die sich freiwillig entblößen? Waren die Inhaftierungsgründe in den KZ's meist banale Anhängsel eines Menschen wie z.B. das er Homosexuell war oder die Jüdische Religion trug, so sind die „Profilgruppen“ im Studi-VZ maßgeblich für eine „individuelle Profilgestaltung“. Der freiwillig eingelieferte entblößt somit seinen Charakter oder möchte einfach irgendetwas witzig finden. Irgendwo dran teilhaben. Irgendwo dazugehören. Eine Meinung teilen. Eine Meinung haben? Selbstverständlich projizieren die Gruppen eine Meinung z.B. das Hans Peter es nicht gut findet, wenn Morgens die Vögel singen. Erstaunlicherweise stellt sich bei weiterer Stichprobenartigen Analyse heraus, dass auf recht vielen Profilen immer die gleichen Gruppen erscheinen. Die Individualität besteht also im Detail und nicht deshalb, weil jemand in Gruppe XY ist oder wie in den KZ's ein farbliches Dreieck oder einen gelben Stern zur Identifikation der zugehören Gruppe tragen musste. Ist denn die genauere Betrachtung eines Menschen durch sein Profil überhaupt möglich? Kann man jemanden ohne Kommunikation via Gesicht ansehen was dieser für ein Typus ist, wenn dieser jemand in ebenfalls gestreifter Kleidung und geschorenem Kopf neben einem in der Kälte friert? Als alternative Eventualität könnte es höchsten sein, dass der Individualitätsberaupte VZ-Besucher sich sehr darüber freut jemanden gefunden zu haben der erstaunlicherweise die gleichen Interessen teilt.Facefuck ist nun die erweiterte Version des „sozialen Netzwerkes“, das ausgebaute Birkenau II, wenn man so möchte. Was im Studi-VZ noch an Privatsphäre aufrecht erhalten werden konnte wird hier von der Facefuck-Gestapo lächelnd ignoriert. Bilder werden länger gespeichert als nötig und was mit den eigenen Daten passiert schwebt auch in Ungewissheit.Der freiwillig Inhaftierte zwängt sich auf Servern wie ein Häftling in enge Baracken. Wen man eventuell kennen könnte und wen man anscheinend anschreiben soll wird einem direkt auf die Nase gebunden. Platz für eine abwägende Entscheidung mit wem ich meine Holzpritsche oder eben das Profil teilen möchte wird durch die ungeheure Flut an zu-kennenden Menschen ausgebootet. Jemand der als „Freund“ in der Kartei geführt wird muss hinzugefügt werden. Ein Prozess der jeglichem wirklichem sozialen Kontakt mit einem mir sympathisch gewordenen Menschen völlig eliminiert. Ein Zähler gibt mir sogar an wie viele man davon besitzt, wie viele in dieser Baracke hausen. Aha, 991 „Freunde“. Die Namen könnten bei dieser Flut getrost verschwinden. Die bloße Kommunikation mit irgendwem steht im Vordergrund. Das fast schon zwanghafte Mitteilungsbedürfnis des Menschen. Und wenn aus der Baracke plötzlich Nummer 123456 verstorben ist dann wird dies ebenso wenig realisiert als wenn „Freund“ Nummer 326 nun nicht mehr Online ist. Kappt man die selbsterzwunge Verbindung zu diesem Netzwerk, so existiert man nicht mehr. Der Kontakt zu dieser parallelen Gesellschaft ist getrennt. Man ist noch da, man lebt weiterhin, also existiert man ja doch irgendwie, aber halt nur in der realen Welt und das ist doch heute wirklich langweilig, oder?
04.09.2011 - 14:49:00
http://stricture.blogspot.com/2011/09/studi-kz-und-facebookfuck.html
 
Crash
Was mit der 68er Generation passiert ist weiß ich nur zu gut. Sie sind die Eltern meiner Generation, sitzen im Vorstand von irgendwelchen mittelständischen Unternehmen oder sogar im Bundestag. Manche sind auch nicht ganz so glamourös wie zum Beispiel mein Vater. Der ist Technischer Redakteur und schreibt seit dreißig Jahren fröhlich Anleitungen. Naja, bewirkt haben sie ja was und gute Musik haben sie auch gehört. Schade eigentlich, dass es sowas nicht mehr gibt. So richtige Rockstars die im Hotel an ihrer eigenen Kotze sterben oder die von einem verrückten erschossen werden, aber trotzdem dabei eine coole Brille tragen. Wer will sich heute denn noch die Mühe machen irgendeinen „Star“ zu erschießen, wenn die sowieso nach zwei Singles keiner mehr kennt und ihre Texte aus lauter Müll bestehen? Da will man die nicht erschießen und es interessiert einen dann auch nicht mehr ob die sich selbst erschießen oder an ihrer Kotze ersticken, vielleicht ja sogar beides. Wer weiß, aber es interessiert ja keinen. Ist vielleicht auch ganz gut so. Da könnte selbst BILD höchstens eine Schlagzeile raus holen. Mehr ist da nicht drin. LENA-MEYER, wer auch immer, ERSTICKT MIT 19 AN IHRER KOTZE!!!! Wer, was ??? Und man blättert weiter, weil man nicht weiß ob es wirklich jemand berühmtes ist oder eh nur wieder eine typische BILD- Krimi-Emotion-Story die einen erschüttern soll. Da fällt mir ein, dass Agatha Christie tot ist. Die hat noch richtige Krimis mit Stil geschrieben. Aber wie gesagt die schreibt bzw. weilt ja nicht mehr unter uns. Also zurück zu den 68er Menschen was ich eigentlich kurz fassen kann: anständige Musik mit anständigen Rockstars, vernünftige Proteste, spannende Weltpolitik und man hat in Talkshows noch die ganze Bude voll gequalmt ohne jemanden von Lungenkrebs oder Herzinfaktrisiko oder Spermatozosenverringerung meckern zuhören. Gehen wir also mal ein bisschen weiter in der Geschichte. Die 70er. Die hatten ja auch irgendwas. Ich meine es gab CCR, Beatles, Schlaghosen usw. Genauso wie die 80iger. Da gab es dann Depeche Mode und bessere Drogen als Gras. Natürlich könnte ich hier jetzt tausend Sachen aufzählen die diese Jahrzehnte ausgemacht haben, aber das hat netterweise schon alles der gute Privatsender RTL in seinen Jahrzehnt Shows getan. In denen saßen dann halbverstorbene One-Hit-Wonder-Menschen die vor der letzten Ã-lung nocheinmal ihre Songs vortragen durften, um, Gott bewahre, BLOß nicht in Vergessenheit zu geraten. Dazu haben dann irgendwelche xyz Promis zu den Playbacks debil getanzt und so getan als ob sie mitsingen würden. Als ob da einer richtig Englisch konnte bzw. sich einen Songtext mal durchgelesen hat wage ich mal zu bezweifeln. Anyway. Bei den 90ern hört der ganze Spaß dann aber auch auf. Da gab es einfach zu viele Künstler mit denen ich mich heute immer noch gut identifizieren kann. Und wenn man dann ansehen muss wie irgendwelche Poptukken über Fanta 4 reden und Sabrina Setlur mal wieder aussieht wie eine Hauptschülerin, die gerade aus dem Jugendknast geflohen ist, während danach Oli p. die Texte von irgendwelchen dämlichen Hip Hoppern auswendig rappt, (weil er wahrscheinlich auch kein Englisch kann). Ja dann, dann möchte man schon gerne mal den Fernseher zerschlagen und irgendwen anschreien, dass Nirvana, Alice in Chains, Oasis, Blur und unzählige andere Bands die 90er ausgemacht haben und sich niemand für Deutschen Hip hop interessiert hat, weil es einfach scheiß Musik war.Ja und wo stehen wir jetzt? Also ich meine, meine eigenene Generation die, die Ende der 80ger auf die Welt kam? Zu jung für Nirvana und schon wieder zu alt für so etwas wie Tokio Hotel, wo die Kids mit Vierzig bestimmt sagen: >>Hey weißt du noch Tokio Hotel? Ja, war voll Klasse die Zeit oder? << Schöne scheiße ist das, wenn man sich aus irgendwelchen vergangenen Epochen „seine“ Musik zusammen klauen muss, weil in seiner eigenen einfach nichts passiert ist an das man sich großartig erinnern möchte. Ich werde mich mit Vierzig nämlich nicht hinstellen und sagen: >> Man, Gini in a Botlle- von Destiny`s Child - das war nen cooler Song. << War es nie und wird es nie sein. Ende.
29.08.2011 - 22:24:00
http://stricture.blogspot.com/2011/08/crash.html
 
Paris
Diesen Sommer fahre ich nach Paris. Die Stadt der Liebe. Mit Jenny. Jenny ist so ein Mädchen mit der Man(n) lieber Bier trinken geht und schmutzige Witze reißt, als mit ihr zu schlafen. Deswegen geht's mit ihr los. Mit dem Bus wie sich das für junge, wilde, freie Menschen ohne Geld gehört. Busfahrten erinnern mich immer an Klassenfahrten nur, dass diesmal nicht meine gröhlenden, angetrunkenen Freunde dabei sind sondern lauter mit 20iger die anscheinend nochmal dieses Feeling erleben wollen. Dieses freie junge Gefühl und dieses Abenteuer. Ob man das bei einer vor-gebuchten Reise bei der alles verplant ist auch findet, stellt sich dabei aber in den Raum. Was mir bei der ersten Pause schlagartig auffällt ist, dass diese Menschen ein großer Haufen Pärchen sind, die wahrscheinlich eher Romantik und Kultur suchen als Abenteuer. Paris ist da ja auch perfekt dafür. Jeder kann danach bei einem Glas Wein (französischer versteht sich) seinen Freunden erzählen: „Ja, Marcus und ich waren ja auch in Paris und es war soooooo romantisch oder nicht, Schatz? “ Marcus wird sich mit den Jahren wahrscheinlich dann doch eher wünschen 1941 mit betrunkenen Männern und auf Ketten nach Paris gereist zu sein, als mit seiner Freundin. Das kann ja was werden, denke ich dann weiter bei mir. 10 Stunden in einem stinkenden Bus mit knutschenden Pärchen die sich sie Sülze um die Ohren schmieren. Wie manche Leute in einem verfluchten Reisebus schlafen können bleibt mir deshalb auch unerklärlich, ich bekomme nämlich selbst bei Keane, Chopin und anderem Geklimper kein Auge zu. Irgendwann kommt bei Männern dann auch der Zeitpunkt, dass sich nur noch ein Gedanke einstellt z.B. nach einem langen Abend in der Kneipe oder sonst wo, gibt es nur zwei Gedanken und das männliche Gehirn lässt auch nichts anderes zu nämlich: nach Hause und ins Bett. Ungefähr so geht es mir nach der Ankunft und der anschließenden Stadtrundfahrt. Duschen und kurz schlafen, sonst nichts. Jenny ist in dieser Sache zum Glück wie ein Kerl und tut es mir gleich. Als wir so durch die Straßen schlendern fällt mir, jemand aus einer verregneten kleinen norddeutschen Stadt kommt, erst richtig auf was es für hübsche Frauen eigentlich auf der Welt gibt und das anscheinend der größte Anteil in Paris lebt und man sie deshalb nie sieht. Nach vielen Besichtigungen und Ausflügen nach Versailles usw. schauen wir uns an einem eher kühlen Abend das Künstlerviertel an in dem auch schon Piccasso gewohnt hat. Die Reisegruppe ist ganz aus dem Häuschen und ein: „Wow, Kultur und Kunstgeschichte hautnah“ geht durch die Reihen. Allein bei dem sehnsüchtig, romantischen seufzen der jungen Pärchen (Ja, auch die Männer seufzen !!!) bekomme ich, der doch recht realitätsnahe Ambitionen pflegt, ein leicht abneigendes Gefühl in der Magengegend. Einer der Höhepunkte ist später am Abend eine Wand, jaja, hoho, nicht irgendeine Wand, auf der steht nämlich in 200 verschiedenen Sprachen: „ich liebe dich.“ Der Pärchenhaufen meiner Reisegruppe ist natürlich ganz aus dem Häuschen, weil das ja total romantisch ist und alles erdenkliche übersteigt. Die sehr weiblich gebaute, aber süß aussehende Reiseleiterin guckt in die Runde und fragt zwei bis drei ausländische Pärchen ob sie ihre Sprache entdecken. Ein Iranischer Mann ruft daraufhin lauthals in die Runde wie er es seiner Frau sagt: „ Mahn doostaht doh-rahm !!!“ Aha, interessant, danke für den Beitrag, das wollte ich schon immer wissen. Alle lachen beherzt und fotografieren sich wie sie sich vor der Wand küssen. In diesem Moment frage ich mich wie viel Schmalz ein Mensch ertragen kann. Für eindeutig zu viel denn mein Baguette möchte jetzt gerne in einem Stück von mir Rückwärts gegessen werden.
29.08.2011 - 22:08:00
http://stricture.blogspot.com/2011/08/paris.html
 
Eine Party ist keine Waldorfschule
Kann eine Feier mit Waldorfschülern überhaupt gut werden, frag ich mich auf dem Weg zu Ruben. Oder sollte ich lieber ohne Vorurteile und mit den Worten Lessings: „Sind es nicht auch Menschen“ an die ganze Sache rangehen? Überraschen lassen heißt hier die Devise!Es ist der 23te Dezember, arschkalt, überall liegt Schnee und in meinem schwarzen Mantel fühle ich mich ein bisschen wie ein Wehrmachtssoldat der durch Stalingrad stolpert.Ruben, der vollständig Ruben Maria Moses Autsch heißt und zu allem Überfluss auch noch auf die Waldorfschule musste feiert in seinen Geburtstag hinein, was in Anbetracht seines Namens und des Geburtstagsdatums irgendwie einen seltsamen religiösen touch bekommt. Hat er eigentlich viel gelitten beim Tanzen seines Namens, sinniere ich als ich bei ihm klingel.Ich bin der erste, wir trinken Bier, essen Hackfleischbällchen und quatschen ein bisschen. Seiner Aufforderung „Bitte Musik selbst mitbringen.“, bin ich natürlich lebhaft gefolgt und lege eine mitgebrachte Oasis CD auf. Ja, genau eine CD! Rund und mit Loch! Kein ipod! Die Gitarren schrammeln und die ersten Gäste trudeln ein. Ich schüttel irgendwelchen Leuten die Hand und habe beim nächsten Schluck Bier schon wieder alle Namen vergessen. „Brain“ begrüßt mich, ein Schulkamerad aus der Fachoberschule. Wir rauchen auf dem Balkon und stellen uns danach ins Wohnzimmer, etwas abseits der ganzen Leute die wir nicht kennen. >>Geil man. Du hast ja Nirvana mitgebracht. <<, gibt mir Brain zu verstehen. Wir wechseln die CD und grölen etwas zu „In Bloom“. Aus dem Esszimmer kommen leicht verdutze Blicke. „YEEAAHHHYEEAAHH“ !Wir trinken, reden über tote Mukke und freuen uns über den immensen Biervorrat der unbedingt vernichtet werden muss. Weitere Gäste klingeln und auch das Wohnzimmer füllt sich langsam. Ruben klopft mir auf die Schulter und sagt sichtlich erheitert:>> Heute Abend sind wir wohl in der Überzahl was? Mehr Waldorfschüler als staatliche. << Alle grinsen und lächeln sich wie die besten Philanthropen an. >Hitler war auch am Anfang in der Überzahl!!! <, möchte ich rufen nur um ihnen das Grinsen auszutreiben. Aber ich trinke lieber einen Schluck Bier. Ist wohl besser. Zu viel negatives kommt hier bestimmt nicht an. Sind ja keine staatlichen Schüler. Im Hintergrund läuft „Polly“ und irgendjemand fragt in die Runde ob das nicht ein bisschen zu ruhig sei. Ich sag ihm, dass der Song von Nirvana ist. Er grinst mich debil an und in seiner Visage zeigt sich das dieser Mensch niemals die Kraft verzerrter Gitarren, Drogen und dreckigem Sex verstehen wird. >>Mögt Ihr Black eyed peas? <<, fragt er ein paar Mädchen, die wie kleine Pfadfinderinnen um ein unsichtbares Feuer sitzen. >>Jaaaaaaaa. <<, kommt von denen zurück, so als hätte er angeboten ihnen die Füße zu massieren. Brain und ich gehen rauchen und lassen den verwirrten Kerl mit seiner Pfadfindergruppe am Leben. >>Sind irgendwie komisch diese Waldorfmenschen <<, merkt er auf dem Balkon an. Ich nicke zustimmend und er fügt hinzu:>>Naja, genug Bier haben wir ja, aber Lust mich zu benehmen hab ich trotzdem nicht. << Wieder in der Wohnung schüttelt mir Dennis, auch ein Klassenkamerad, die Hand. Wir setzen uns wieder ins Wohnzimmer und hören im Hintergrund irgendwelche Pop Beats die nicht recht zu meinem Bier passen wollen.Dennis und ich reden etwas über Dante und wie krank seine Höllenvisionen waren, während neben mir eine Geräuschwand aus lautem Mädchengegacker über Schminktipps und sonst was entsteht. >Meine Herren, die Definition von Ironie. <, denke ich und höre Dennis weiter zu, der jetzt über irgendwelche utopischen Filme redet.Meine Blicke schweifen so durch die Runde und es hat fast den Anschein als würden Ruben, Brain, Dennis und ich das ganze Bier alleine vernichten müssen. Keine schlechte Prognose.Die Mädchen trinken Beck`s Gold, die Jungs Wein und alle sehen so lieb und freundlich aus, als würden sie jeden Abend Rolf Zuckowski zum Einschlafen hören. Ich weiß nicht mehr wer es war, jedenfalls haben wir (bis auf Ruben) bemerkt, dass wir alle preußische Wurzeln haben und erörtern in einem Atemzug die Fehler von Hitlers Russlandfeldzug. Zu viel Schnee ist unser einstimmiges Resultat. Ja wir wären bestimmt tolle Offiziere gewesen. Genauso trinkfest, was uns nebenbei bemerkt schon leicht abstoßende Blicke der meisten Gäste einbringt. Oder es ist die Tatsache, das ich in der Wohnung immer noch meine schwarze Wollmütze trage, da mich ein Mädchen anspricht warum ich sie denn nicht abnehme. Meine Antwort lässt sie ebenso debil grinsen wie den Nirvana-Pfadfinder: >>Weil meine Haare aussehen wie Dresden 45. <<Die Party nimmt ihren Lauf und mit einem Mal ist es 0 Uhr. Ruben wird von allen herzlich beglückwünscht und ich trinke mein gefühltes 800tes Bier.Der Rest des Abends lässt sich kurzfassen. Bier trinken, rauchen gehen, hin und wieder ein Hackfleischbällchen. Alles vermischt mit pseudo- intellektuellem Gerede an dem witzigerweise nur die staatlichen Schüler beteiligt sind. Verständlich meiner Meinung nach. Wer hat auch Lust über Namenstänze, Bastelideen, Baumpflanzen, Schminktipps usw. zu reden, wenn im Hintergrund irgendwelche Beats kommen die sich anhören wie ein und derselbe Song.Es wird spät, die Menschen verschwinden und ich finde mich mit Brain, Ruben und zwei Mädchen in seinem Wohnzimmer wieder. Ich lege eine Chopin CD ein, die mein Geschenk an Ruben war und nach ca. 5 min. sagt eines der Mädchen: >>Oohh, bei sowas bekomm ich immer Kopfschmerzen. << Ich schmettere ein betrunkenes >>Du hast doch keine Ahnung zurück!!! <<, woraufhin eine Musikdiskussion entbrennt in der sich herausstellt, dass beide die Beatles, Queen und keine Klassik mögen. Selbstverständlich spielen beide kein Instrument, geben mir aber vehement zu verstehen, dass sie Ahnung von Musik hätten. Meine Theorie ist eher die der totalitären Geschmacksverirrung. Ich möchte weiter diskutieren, bin aber viel zu betrunken. Es kommt nur noch unzusammenhängendes Zeug aus meinem Mund, wobei mir der Gedanke kommt, dass eine Belehrung der beiden ungefähr so erfolgreich verlaufen würde, wie einem Blinden Picasso oder einem Tauben Beethoven zu erklären.Die Bahn der beiden kommt. Sie verabschieden sich kurz mit einem >>Tschüssii. << und ich wünsche ihnen den Tod, nur damit ich voller Inbrunst den „Marche Funebre*“ von Chopin auf ihrer Beerdigung klimpern kann. In schwarzem Mantel für die gewisse Theatralik versteht sich.Brain und ich sind die letzten und als ich schon etwas eingeschlummert in Rubens Couch versunken bin, erklingen die Töne von Meat loafs Album „Bat out of Hell II“ was mich wieder „Hell“wach werden lässt. Ich nehme mir mein 900tes Bier und wir hören das Album komplett durch. Wann hat man denn schon mal Zeit für sowas ?Es ist 7 Uhr morgens. Brain und ich haben uns verabschiedet. Wir torkeln durch den Schnee mit einer wohligen inneren Wärme vom Alkohol. Ich bringe ihn zum Bahnhof, wanke nach Hause, lege mich ins Bett, schließe die Augen und singe Brechreiz unterdrückend: >>In der Weihnachtsbäckerei, gibt’s so manche Leckerei...<< * Marche Funebre = Todesmarsch (Sonate Op. 35)
28.08.2011 - 11:22:00
http://stricture.blogspot.com/2011/08/eine-party-ist-keine-waldorfschule.html
 
Weggegangen
Du, ich, Bier ? Ist die kurze Prosa des Abends. Ole ist das ich, ich bin das du und das Bier halt. Wir treffen uns am Brill, dem Picadilly Circus einer kleinen schläfrigen Stadt im Norden. Hallo, wie geht’s? Bier her, los gehen. Die Woche ist vorbei, das kühle fließt die Kehle runter und läutet Mental die Vorrunde eines glorreichen Blitzkrieg der Alkoholvernichtung ein. Nach kurzem Sozialkitgequatsche über diegegenwärtige Lebenssituation schwenken wir gewohnt zur Misantrophie über und finden uns, an der Weser auf ein Anlegetau eines Schiffes pissend, in einem Gespräch über das neue Subway-Plakat wieder >>Das neue Piri-Piri- Sandwichs. So schmeckt Afrika !!!<< Hahaha hallt es in die Nacht, unterlegt mit fast beruhigendem Urinplätschern. Was für wundervolle Ironie. >>Kann Afrika überhaupt schmecken? <<, frage ich Ole mit obligatorisch leichter geistiger Schlagseite für diese Frage. >>Frag die BILD. Die beantwortet sowas IMMER!!! <<, antwortet er. Von Afrika und schlechter Werbung erzähle ich Ole das es in Berlin während der Schlacht um Stalingrad in einigen Restaurants aus Solidarität Essen mit gleicher Nahrhaftigkeit wie das der Soldaten gab. Könnte man heute auch gut anwenden. Der dicke Wohlstandsmensch holt sich aus Solidarität beim Wurstpavillon in der Stadt jetzt 5 Reiskörner. Da würde ich noch mehr lachen als bei der pietätlosen Werbung. Problematisch wird nur das dann auftretende „zu nahe kommen“ des Leides. 5 Euro an UNICEF befriedigen halt das angeprangerte Gewissen, aber keine Bratwurst mehr? Das ist Zuviel! Zu wenig! Was denn jetzt? Also lieber doch 10 Euro. Würde man mit Geldspenden an den Axel-Springer-Verlag eigentlich eine anspruchsvollere Zeitung erwarten können? In übergreifender Goebbels-BILD-Rethorik erlaube ich mir ein vorgreifendes:nein, höchstwahrscheinlich nicht. Mehr Titten wären wohl eher das Resultat.Ortswechsel, Hauptbahnhof, ansteigender Pegel, gleichbleibendes Gesprächsschema. Der Wunsch nach etwas destruktivem steigt in uns auf wie die Kohlensäure geschwängerten Rülpser in immer kürzer werdenden Intervallen. Wir entwenden einen Gepäckwagen und fahren uns halsbrecherisch gegenseitig über die Straßen bis von irgendwoher ein dicker Bahnhofspolizist, der ziemlich antiautoritär in seiner Wurstpellenähnlichen Uniform aussieht, uns anschreit wir sollen das Ding sofort wieder hinstellen. Wir laufen weg vor dem dicken Mann. Verstecken uns hinter einer Säule und ich lalle ein völlig sinnloses:>> Wir haben eben bei McDonalds gegessen, Ole, lass hier warten sonst kann er unsere nach Burger riechende Fährte aufnehmen. << Der kleine dicke Bahnhofshitler geht von dannen und ich schreie aus sicherer Entfernung: >>Da läuft sie die Maßlosigkeit der dekadenten Wohlstandsgesellschaft!!! << Irish Pub.Gute Musik. Wir treffen Johanna die sich nun Ergotherapeutin nennen darf. Noch mehr Bier, noch mehr Konsum. Das Bier auf zwei Mark zehn, scheiß egal es wird schon gehen.Ich will Spaß. Ich will Spaß, ich will Spaß.Aus anfänglich sinnloser Trunksucht ist nun auch eine handfeste Legitimation geworden: wir feiern einfach den Erfolg des anderen Menschen mit. Seltsamerweise muss ich dabei an die Geburt denken. Eltern werden nebensächlich, das Kind rückt in den Vordergrund. Johanna überredet uns doch noch mit ins „Woodys“ zu kommen. Ein Schuppen der mit gefühlten 8,0 Promille in ertragbare Sphären rückt. Der Dresscode des „Woodys“ ist, und wird sicherlich immer schwarz sein. Und wichtig für einen sogenannten „Rockschuppen“ sind natürlich T-shirts mit Bandlogos oder dummen Sprüchen oder, oder usw. Hauptsache nicht zu hell.Im Hintergrund schrammeln jedem bekannte Gitarrenriffs und wir gehen in den Raucherbereich. Ich beginne eine Konversation mit Sonja, einer Freundin Johannas die bald heiraten wird und lalle sie mit irgendwelchen Pseudomoralansprüchen über die Ehe zu. Sie nickt, nippt, gibt mir das Gefühl: Jaja, hast völlig recht, was das Gefühl eines Monologes noch mehr verstärkt. Ein ziemlicher Klischee-Metalfan sitzt mir mit langen schwarzen Haaren und anscheinend obligatorischer Kellerbräune, die seinen spindeldürren Körper überzieht, gegenüber. Ich lache und sage ohne Ole meine Gedanken vorher geschildert zu haben:>> Solche gibt’s ja immer noch...Hahaha.<< Er schaut irritiert und wir trinken einfach weiter. Der Alkohol halt. Auge zu drücken. Flasche kippen. Wir gehen pinkeln und erblicken am Waschbecken in sterbe ähnlicher-Position eine andere Form der Maßlosigkeit. Der junge Herr erbricht sich lauthals und ich schreie wieder etwas von Todsünden im Bewusstsein selbst heute Abend völlig Maßlos zu sein. Weiß ja keiner, sieht keiner, merkt das betrunkene Gegenüber eh nicht. Neben mir grölen Johanna und mir fremde Personen „Self Esteem“ von „the Offspring“ und ich schreie: >>Bei dem Refrain sollte der besoffenste Gesangslaie aber wirklich aufhören.(Yeeeaaaaahhh,Yeeaaahhh).Noooohoooo. Ich will mir meine Jacke holen, frage das Jackenausgabemädchen was lesend in ihrem Kämmerchen sitzt, was das sei. Aha, keine Ahnung, mir zu trivial rufe ich durch die Geräuschflut. Tötende Blicke durchbohren mich. >>Achja, was liest du denn so? <<, fragt sie. >>In der Mittagspause gerade Hemingway. <<, antworte ich. Wir beginnen zu diskutieren. Sie kennt Dostojewski, ich kenne an diesem Abend kein schöneres Mädchen. Gehe hin und wieder rauchen und sage Johanna das ich verliebt bin. Sie und ihre Freundinnen lachen. Hachja, denke ich. Ist dem trivialen Einheitsmenschen dem man so häufig begegnet überhaupt dieses Gefühl des „gleichgesinnten treffen“ bekannt? Wohl kaum er trifft ja ebenfalls nur triviale Menschen. Albert Camus, gesellt sich ins Gespräch und ich rede und rede wieder einen endlosen Monolog mit diesem Mädchen. Ihre Mimik verzieht sich zu einem gequälten:>> Ich kann hier nicht weg, wann hört der auf? << Mir egal. Ich rede weiter und lache innerlich über meine eigene penetrante Art. Kommunikative Masturbation könnte man es nennen.Ein moppeliger junger Mann mit einem T-shirt auf dem „Das Wars“, in Star Wars Schrift aufgedruckt ist holt sich seine Jacke. Was wars? Verstehen sie Spaß?Ich assoziiere zu diesem Schriftzug spontan die Einsicht fehlendes Intellekts dieses Trägers mit dem Wunsch es jedem ohne den Mund aufzumachen mitzuteilen. T-shirt-Kommunikation. Schlimmer als mein betrunkener Monolog. Das Mädchen muss nun arbeiten. Gibt Jacken aus und darf mich legitimerweise ignorieren. Ole und Johanna sind weg. Ich hole meine Jacke, sage irgendwas von: >>Ja, war nett mit dir ...Blabla.<<, und gehe schwankend nach Hause. Das Wars. Der Alkohol war stark in dir, Luke.
28.08.2011 - 11:20:00
http://stricture.blogspot.com/2011/08/weggegangen.html
 
 
 
Unser RSS-Feed
Natürlich haben wir auch einen eigenen RSS-Feed den Du gerne abonnieren kannst ...
 
 
Suche im Verzeichnis
RSS Verzeichnis nach Blog Feeds oder Tags durchsuchen:
 
 
Login
Benutzername:
Passwort:
 
Passwort vergessen?
 
 
Kategorien
 
 
Top Tags im Verzeichnis
 
 
Tipps zum Surfen
 
© 2009 Blog-Feed.de RSS Verzeichnis für Blogs - Alle Rechte vorbehalten. Rssverzeichnis, Blogverzeichnis, RSS-Portal, Blog-Portal, Blog-Feeds, RSS-Feeds, Blog-News, RSS-News